Die Kuriere
Sie haben Post!


Vierhundert Jahre nach dem großen Knall beginnt die Zivilisation wieder Fuß zu fassen. Dörfer, Städte, selbst Moloche wie Justitian, erheben sich aus den Trümmern der Vergangenheit. Doch noch sind sie Inseln in einem weiten Meer aus Anarchie, bedroht von allen Seiten durch Wilde, selbsternannte Kriegsherren und Räuber.

Die großen Städte in Borca werden von den
Chronisten miteinander vernetzt. Der Technikkult verfügt über Funk und Datenleitungen, überträgt Nachrichten und Informationen. Das bedeutet Macht. Aber nicht jeder vertraut den Maskenfratzen, viele sehen mit Besorgnis, wie sich der Einfluss des Kultes ausbreitet.

Alte Schrotter, denen das Wühlen in den Ruinen auf die Bandscheiben geschlagen ist, verdingen sich häufig als Kuriere und Boten. Sie übernehmen die Aufträge, die zu heikel sind, um sie den Chronisten zu geben – und die illegalen Transporte. Burn für die Apokalyptiker
, vertrauliche Berichte für die Spitalier... ein Ruf für Diskretion ist unerlässlich. Und die Fähigkeit, die Ladung zu verteidigen. Ein Schrottgewehr oder eine Armbrust aus Metallteilen sind gute Begleiter, aber der eigentliche Weggefährte eines guten Kuriers ist die ständige Paranoia. Viele werden nach zu langer Zeit draußen im einsamen Ödland auch ein wenig seltsam...

Im Ödland, wohin der Einfluss der Chronisten nicht reicht, sind es spezialisierte Sippen, die Nachrichten und Waren von Dorf zu Dorf bringen. Oft besitzen sie ein eigenes Abzeichen oder eine bestimmte Kluft, die sie von weitem erkennbar macht – damit sie nicht von einer übereifrigen Dorfwache erschossen werden. Uniform und Arbeitsethos werden von den Eltern auf die Kinder vererbt.

Auch
Apokalyptiker-Scharen gibt es, die sich auf den Transport von illegalen Substanzen verlegt haben. Diese Gangs gehören zu den gefährlichsten und hinterhältigsten Schmugglern Europas. Sie trotzen hellvetischen Patrouillen und den Razzien der Richter, der Verfolgung durch purgische Sippenväter und rivalisierende Scharen. Und sie fahren horrende Gewinne ein.

Manchmal sind die Kuriere auf selbstgefertigten Gefährten unterwegs – zusammengeschweißten Fahrrädern oder sogar Schrottbuggies und Motorrädern. Häufiger sind Pferde oder Kamele – im Gegensatz zu Petrol wächst das Futter am Wegrand, und Ersatzteile sind nicht so rar.