Die Heiler
Im Kampf gegen die Krankheit


Die Medizin des Urvolks war eine komplexe, wissenschaftliche Angelegenheit. Ein einigermaßen umfassendes Wissen um Vakzine, Anästhesie, Gefäß-, Nervenchirurgie, Transplantologie existiert allenfalls beim mächtigen Kult der Spitalier, der sein Monopol eifersüchtig hütet und bei jeder Gelegenheit versucht, die Strukturen der herkömmlichen Heiler zu diskreditieren.

Viele Dörfer in Borca, Franka und Purgare haben bereits ihre traditionellen Heiler verloren; ein Spitalier-Landarzt hat sie ersetzt, der gegen Entgelt Verletzungen und Krankheiten behandelt. Auf diese Weise finanziert sich der Apparat des Spitals; ebenso dienen die Ärzte als Agenten des Kults, sollte es notwendig werden.


Die Wahrheit ist, dass sich die Heilkunst der meisten angestammten Heilerfamilien auf mittelalterlichem Niveau befindet und kaum mit der Wissenschaft der Spitalier vergleichen kann. Gerade bei schweren Epidemien oder komplexer Chirurgie kann der Spitalier auftrumpfen, wo der gewöhnliche Arzt versagt.

Immerhin stellen Kräutertinkturen, krude Operationen und Zahnreißen im Ödland einen nicht zu verachtenden Überlebensbonus dar, und so gibt es immer noch ganze Sippen, die sich der Heilung von Gebrechen ihrer Mitmenschen verschrieben haben. Und besonders in Franka, wo noch reiche Literatur des Urvolks geborgen werden konnte, gibt es durchaus vereinzelt auch Ärzte, die sich im Umgang mit dem Skalpell kaum vor dem durchschnittlichen Spitalier verstecken müssen.

Wundalkohol wird, ebenso wie die meisten Medikamente, von den Apothekern der Sippen selbst hergestellt; oft stellt sich dieser Zweig als lukrativer Nebenerwerb heraus – auch wer unter den Kunden selbst nicht verletzt ist, schätzt das Destillat zur innerlichen Anwendung oder als Treibstoff für den Motor.