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DIE SPITALIER
DIE ERDE IST EIN WIDERSPENSTIGER PATIENT

Das Spital – ein ehemaliges UEO-Lazarett und heute letzte Bastion der wissenschaftlichen Medizin in einer Welt, die wieder in Aberglauben und Schamanenheilung zurückgefallen ist – erhebt sich trotzig aus der Staublunge. Rund um den Bau erstrecken sich armselige Lager aus Zelten und Wellblechhütten, in denen die Kranken warten und hoffen, dass ihre Abgaben an Nahrung, Petrol oder Chronistenwechseln ausreichen werden, dass ein Arzt geruht, sich um ihre Gebrechen zu kümmern. Spitalier unter Vollschutz – dem überall bekannten Uniform-Neoprenanzug mit dem weißen Streifen und festgezurrter Gasmaske – sind hin und wieder zu sehen und heben sich in ihrer antiseptischen Reinheit krass von der schmutzigen, elenden Masse der Bittsteller ab.

Auch im Inneren des Spitals herrscht Reinheit. Geschrubbt, desinfiziert, gekalkt sind die Räume; geschrubbt, desinfiziert und gekalkt sind auch die Ärzte. Eine Phobie vor dem schmutzigen Draußen mit seinen Keimen und Sporen.

Dennoch verlassen die Ärzte ihren hippokratischen Tempel und stellen sich dem Risiko von Versporung und Erkrankung. Sie sehen die Erde als Patienten an, der vom Primer-Sporenpilz befallen ist. Psychonauten, Sporenfelder, Spaltenbestien – das sind entartete Zellen im großen Organismus der Erde, die es zu bekämpfen gilt. Mit Fungiziden, Flammenwerfern und dem Spreizer, einem Speer mit pneumatischen Schnappklingen, der bereits so etwas wie ein Abzeichen geworden ist. Voran die Preservisten, die Krieger des Kultes, im Schlepptau eifrig notierende Forscher und Wissenschaftler.


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ERSCHEINUNGSBILD

ANLEHNUNG: EPIDEMIE / NBC-VOLLSCHUTZ

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Beim Ausbruch von Epidemien oder bei Atommüll-Transporten sieht man die Vollschutz-Anzüge mit Atemmaske und Kapuze, die bei der Ausstattung der Spitalier Pate gestanden haben. Über dem klassischen Ganzkörper-Neoprenanzug sind hier auch zusätzliche Elemente wie ein Poncho oder Überwurf (für Wärme oder größeren Schutz), ein imprägnierter, aber abgewetzter Trenchcoat oder dergleichen denkbar.

Zusätzliche Ausrüstung kann ein Spitalier in einem Rucksack oder einer Taktikweste tragen; auch Gürtel und Tragesysteme mit ledernen Munitionstaschen sind möglich.

Auf Außeneinsatz wird ein Spitalier seine Kultausrüstung – Maske, Neoprenanzug, Spreizer – so gut wie möglich pflegen und schützen; sie wird im Regelfall sehr reinlich und zusätzlich gekalkt sein. Im Gegensatz dazu kann entbehrliche Ausstattung (wie Taschen, Ponchos, Umhänge oder dergleichen) durchaus fleckig, schmierig und zerfranst sein – sie dient schließlich dazu, den Dreck von den wichtigen Ausrüstungsgegenständen fernzuhalten.


ANLEHNUNG: DR. FRANKENSTEIN

Grünes LED-Licht bestrahlt von innen die Glaszylinder mit Nährlösung, in denen sich träge die "Mollusken" winden – mit Sporen-Myzelen behandelte Muskeln, die zucken, wenn sich ein Versporter nähert. Diese Standardausrüstung der Spitalier zu bauen ist eine Herausforderung; insbesondere, wenn sie einen diskreten Pump-Mechanismus haben soll, um auch ausschlagen zu können. Eine Plastikflasche ist in der Regel eine gute Ausgangsbasis. Schwierig wird es, wenn die Molluske auf einem Spreizer montiert sein soll, wie es in den Illustrationen im Regelwerk der Fall ist. Alternativ kann man sie sich auch an den Gürtel oder vor die Brust hängen.

Schon die homunkulus-artigen Mollusken scheinen aus alten Filmen über das Labor des wahnsinnigen Wissenschaftlers entlehnt zu sein. Weitere Elemente wie bizarre Apparaturen aus genietetem Blech und Glas, merkwürdige Brillen mit Okularen und Linsenanordnungen, können diesen Eindruck verstärken. Man kann mit indirektem LED-Licht Gläser, Skalen und Apparate von innen anstrahlen, um einen gruseligen Effekt zu erzielen; dabei sollte die Lichtquelle selbst verborgen bleiben, so als würden die Apparate selbst das Licht abstrahlen.


ANLEHNUNG: WELTKRIEGSHOSPITAL

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Wie bei der meisten Endzeit-Technik auch, gilt hier der Trend zum Retro-Ambiente. Bei alten Krankenhäusern des ersten und zweiten Weltkriegs kann man sich bedienen: Stahltische, lederne oder leinene Schürzen; gelblich verfärbte, gesprungene Kacheln; Lederfutterale und -taschen für das Operationsbesteck; Mundschutz aus einem destillatgetränkten Leinenlappen. Es darf ruhig mit Schweißerbrillen, altersfleckigen Konkavspiegeln, Schläuchen, mechanischen Klammern und dergleichen ins Bizarre übertrieben werden. Insgesamt sollte der Eindruck beklemmend und unangenehm sein – Retro-Zahnarzt-Horror eben.


ANLEHNUNG: SIECHENHAUS

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Im Feld muss ein Spitalier auf eingeschweißte Latexhandschuhe, sterile Kompressen und Einmal-Intubierungsschläuche weitgehend verzichten. Stattdessen muss er nehmen, was vor Ort vorhanden ist, und das ist etwa auf mittelalterlichem Niveau. Gewaschene Leinentücher (die Blutflecken vom letzten Mal gehen nie ganz raus), Blechschüsseln oder -bottiche mit heißem Wasser, Knochensägen, Haken und improvisierte Wundsonden sind hier die Elemente, die ein mittelalterliches Feldlazarett oder Siechenhaus anklingen lassen.


ANLEHNUNG: KREUZRITTER

Neoprenanzug und -kapuze haben nicht nur zufällig die gleiche Silhouette wie ein Kreuzritter in Ringpanzer und Kettenhaube. Kommt noch ein Überwurf oder Umhang mit dem groß aufgemalten Kultsymbol des achtstrahligen Kreuzes hinzu, wird die Ähnlichkeit noch augenfälliger. Die Spitalier sind Ritter, die ausziehen, die Welt zu retten; mit einem festen Dogma und dem Willen, den Primer aus dem Land zu tilgen.


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KULTELEMENTE

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Der Ganzkörper-Neoprenanzug mit dem mittig verlaufenden weißen Streifen und der eng anliegenden Taucherkapuze ist unentbehrliches Kultsymbol, ebenso wie die Gasmaske. Jeder Arzt trägt sie. Sehr häufig sind die Spreizer, sehr spezialisierte Waffen, die wie ein dreiklingiger Speer aussehen. Meist haben sie am Knaufende noch einen Mollusken-Zylinder aufgeschraubt – ebenfalls häufig ausgegebene Ausrüstung für den Außeneinsatz. Zuletzt ist natürlich kein Arzt vollständig ohne einen Vorrat an medizinischer Ausstattung, z.B. einem Feld-Operationsbesteck; selbst die Preservisten, die grimmigen Soldaten des Kultes, verstehen sich zuerst als Ärzte und dann erst als Krieger.

De rigueur sind auch der rasierte Schädel und die Kalkflecken – die Spitalier nehmen ihre Reinhaltung sehr ernst.


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SPIELHINWEISE

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Spitalier sind gebildet, beherrschen das Lesen und Schreiben. In ihrer Ausbildung fressen sie sich durch Bücher – trockene, medizinische Fachwerke zumeist, zugegeben. Man ermuntert sie jedoch zu Lektüre aller Art. Der Arzt soll einen breiten Horizont besitzen. All die Belesenheit baut einen Wall zwischen ihm und dem ungebildeten Ödländer auf. Man gibt sich reserviert. Auch untereinander herrscht das neutrale "Sie" vor. Wenn man nicht Kamerad aus Famulantenzeiten ist.

Auch wenn sie nicht wie ein Hellvetiker salutieren und die Hacken zusammenknallen mögen: Disziplin, eiserne Selbstdisziplin wird von den Spitaliern erwartet. Ihre Mission ist nichts weniger als die Rettung der Welt. Strenge gegen sich selbst und gegen andere ist ihr Leitmotiv. Das kann sie herrisch und unduldsam machen und trägt nicht zu ihrer Beliebtheit im Ödland bei.

Das Weltbild der Spitalier ist streng rational und wissenschaftlich. Weder für stumpfe Unwissenheit noch für wahnhafte Religionsduselei haben sie Geduld übrig. Ihre Reaktionen reichen von unwirscher Ablehnung bis zu herablassender Toleranz.


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ROLLEN

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GRENOUILLE
Wo sie Volkskrankenhäuser und Lazarette errichten oder an der Front gegen die Ausgeburten des Primers kämpfen, rekrutieren die Spitalier Helfer aus der Bevölkerung. Ausgestattet mit einfachen Gasmasken und Spießen, gehen sie den Ärzten zur Hand. Ein Grenouille ist eine einfache Art, das Kultspiel kennenzulernen, ohne sich gleich den Schädel rasieren zu müssen.

REKRUT / PFLEGER
Noch kein vollwertiger Spitalier, aber bereits in den Neopren gekleidet, versieht ein Pfleger einfache Dienste in der Siechenzone des Appendix und in den Volkskrankenhäusern.

FAMULANT DER HUNDERTSCHAFTEN
Zu langsam im Studium oder nicht in der Lage gewesen, sich einer der Fachschaften anzudienen: man drückt dem Famulanten einen Spreizer in die Hand und erteilt ihm den Marschbefehl. Er wird an der Front kämpfen, Wache schieben oder den Herren Doktoren assistieren.

ALLGEMEIN- / FELDARZT
Ein Famulant oder approbierter Arzt mit breitgefächertem Wissen um Krankheiten und Verletzungen. Feldärzte sind die Generalisten unter den Spitaliern.

HYGIENIKER
Keimfreiheit, Hygienik und der Kampf gegen den Primer beschäftigen diesen Fachbereich. Sie sorgen für die Reinheit in den Krankenhäusern, zertifizieren Getreide und Nahrungsmittel für die Bauern, verteilen Broschüren über Hygiene. Und sie isolieren ansteckend Kranke, verhängen Quarantänen, beseitigen Versporte und andere Gefahren für die Volksgesundheit.

CHIRURG
Die Meister am Skalpell. Wenn sie sagen, sie kennen den Menschen in- und auswendig, ist das keine Metapher.

ANÄSTHESIST
Intensivmedizin, Reanimation und Narkose sind die Fachgebiete der Anästhesisten – und die aktive Sterbehilfe.

PHARMAZEUTIKER
In ihren Laboren entstehen die Medikamente für eine kranke Welt – von einfachen Heilerden bis hin zu komplexen epigenetischen Substanzen. Ein Pharmazeutiker auf Außeneinsatz ist eine wandelnde Apotheke mit einem Koffer voller Fläschchen.

HIPPOKRAT
Die Wächter der Statuten und Ethikrichtlinien. In lange Ledermäntel gekleidet, durchschreiten sie das Spital, überwachen und führen Gesinnungsproben durch. Außerdem vertreten sie das Spital nach außen.


SPERRZONE

PRESERVIST
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