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DIE SCHROTTER
AUF SCHATZSUCHE IM GESTERN

Wo früher Großstädte ihre Wolkenkratzer in den Himmel stießen, sind heute Trümmerfelder. Unter einer dicken Schicht Erde, Geröll oder Taubenscheiße liegen hier die eigentlichen Rohstoffe der Endzeit. Kupferrohre, Stahlarmierungen, Gummireifen, aber auch Waffen, Getriebe, Motorteile, Generatoren – selbst Platinen und Nanotechnologie. Zusammengefasst unter einem Begriff: Schrott.

Unterwegs in den Schrottfeldern sind einzelgängerische, bärbeißige Gestalten, eingehüllt in Lumpen – die Schrotter. Sie ziehen ihre Funde auf selbstgebastelten Karren mit sich oder tragen sie an Kiepengestellen auf dem Rücken. Oft treibt sie mehr als bloßes Gewinnstreben; viele stehen mit heiliger Ehrfurcht vor den Zeugnissen der gloriosen Vergangenheit. Sie sind Archäologen auf der Suche nach Artefakten des sagenhaften Urvolks.

Nebenbei sind sie begnadete Bastler, die einen großen Teil ihrer Ausrüstung selbst konstruiert haben. Vorderlader aus zusammengenieteten Schrottteilen, Kocher, selbst gebaute Filtermasken und mit Blechen armierte Panzerjacken sind noch einfache Werkstücke; die ganz Erfolgreichen schaffen es, sich selbst passable Buggies und Motorräder zu bauen.

Für die weit außen liegenden Dorfgemeinschaften sind Schrotter sehr wichtig – wenn die Wasser-Filtrieranlage den Geist aufgegeben hat oder der Generator stottert, dann sendet man die Schrotter nach Ersatzteilen. Ein Schrotter, der sein Salz wert ist, kann mit den abenteuerlichsten Improvisationen alte Maschinerie wieder in Gang bringen – mit etwas Kautabak, einer alten Büroklammer und einer Rolle Garn, wenn es sein muss.



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ERSCHEINUNGSBILD

ANLEHNUNG: OBDACHLOS

Schrotter tragen, was immer sie finden konnten. Ihre mühselige Kriecherei durch alte Ruinen lässt ihre Kleidung schnell alt, ausgebleicht, morsch und zerrissen aussehen. Wenig Gelegenheit zum Waschen draußen in der Ödnis sorgt für eine schlechte Körperhygiene – das Haar wird strähnig und fettig, Schweißränder verzieren die Kleidung, an der man sowieso den Speiseplan der letzten zehn Tage ablesen kann. Kakerlaken-Spießchen oder Rattenragout, höchstwahrscheinlich. In den Ruinenfeldern ist man nicht wählerisch.

Auf der Wanderung ist ein Schrotter gezwungen, seine gesamte Ausrüstung mit sich zu tragen. Die meisten haben eine Art Tragegestell mit Rädern, das sie hinter sich herziehen. Auch alte Einkaufswagen oder -karren sind möglich. War der Schrotter schon länger unterwegs, ist die Trage mit ausgegrabenen Fundstücken gefüllt.


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ANLEHNUNG: MECHANIKER / BASTLER

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Ölverschmierte Kleidung und ein Satz an Schraubenschlüsseln oder ähnlichem Werkzeug zeichnet schon ein deutliches Bild vom Schrottverwerter. Dazu können gerne gelb-schwarze Warnstreifen oder ein verbeultes Warnschild vor Gefahren am Arbeitsplatz irgendwo an Jacke oder Hose befestigt sein.

Die meiste Ausrüstung eines Schrotters hat ein zusammengeschustertes Aussehen; aus gefundenen, gerade passenden Teilen zusammengebolzt. Das gilt für die aufgenieten Blechkappen über den Schuhspitzen ebenso wie für komplizierte Schrottarmbrüste oder Vorderlader, für eine einfache Kraxe ebenso wie für den kardanmontierten Kompass.

Viele Dinge haben mehrfache Funktion: ein Wanderstock mag gleichzeitig über ein Klappspaten-Blatt am oberen Ende verfügen – oder über einen Haken, um Schrott aus unzugänglichen Löchern zu angeln; ein großer Schraubenschlüssel ist vielleicht am Griff zugeschliffen, damit man eine Stichwaffe zur Hand hat.


ANLEHNUNG: BERGMANN

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Schutzausrüstung ist unentbehrlich für Schrotter, die tiefer in versporte oder anderweitig gefährliche Gebiete eindringen: schon ein Einschluss von Methan in einer verpfropften Kaverne kann ihnen plötzlich den Tod bringen; da muss es noch nicht einmal ein Sporenfeld sein. Die meisten Schrotter haben also grob zusammengestückelte Schutzmasken und -brillen, säurefeste Lederschürzen und dergleichen, um sich auf unbekanntem Gebiet zu schützen.

Aber auch im Kleinen zeigt sich das Schutzbedürfnis: Metallkappen an den Schuhen, aufgenietete Lochbleche oder Lederpolster an Ellenbogen und Knien, feste Handschuhe und Helme gegen Steinschlag.

Wer häufig Licht braucht, weil er in dunklen Gängen nach Artefakten sucht, aber die Hände für die Arbeit frei haben muss, wird zudem eine einfache Grubenlaterne zu schätzen wissen, die man an der Schulter, dem Gürtel oder dem Helm befestigen kann.


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KULTELEMENTE

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Als Einzelgänger haben Schrotter keine "Kultuniform"; jeder trägt, was ihm passt. Einige wenige Gemeinsamkeiten gibt es: so haben die meisten Schrotter eine eigene "Rune", ein einfaches Zeichen, das sie irgendwo eingeritzt hinterlassen können. Viele identifizieren sich so stark damit, dass sie sich ihre Rune in die Stirn oder den Handrücken tätowieren lassen. In Syrakus, der inoffiziellen Hauptstadt des Schrotterkults, finden sich auf einer riesigen Metallwand die Runen all der Schrotter, die dorthin gepilgert sind.

Die Runensprache der Schrotter hat sich mittlerweile zu einer eigenen Kommunikationsform gewandelt. Zeichen in den Ruinen warnen andere Schrotter vor Gefahren, zeigen die Richtung von unkontaminierten Wasserstellen oder kennzeichnen die Häuser freundlicher Sipplinge, wo man für die Nacht Obdach und Nahrung findet.


Stolz des Schrotters ist seine Flinte: ein aus Schrottteilen zusammengebolztes Gewehr, ein- oder zweischüssige Vorderlader zumeist. Die Waffen des Urvolks meiden sie: sie haben ihren Eigentümern kein Glück gebracht. Ein Schrotter, der auf sich hält, schraubt und feilt sein Leben lang an seinem Schrottgewehr, verbessert es ständig, bis die Flinte ein wahres Wunderwerk geworden ist.


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BEWAFFNUNG UND AUSRÜSTUNG

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Neben dem Schrottgewehr trägt der Rostschlepper selten Waffen, aber viele Gegenstände in seinem Besitz lassen sich im Notfall verwenden. Schrotter sind keine Kämpfer: wer durch Einschüchterung oder Flucht sein Leben retten kann, der muss sich nicht ins Gefecht stürzen; das überlässt man größenwahnsinnigen Idioten wie Jehammedanern oder Wiedertäufern. Zur Abschreckung der Wilden reichen mechanische Heuler oder mit Sprengpulver gefüllte Röhren, dann gibt man Fersengeld.

Anders sieht es aus, wenn man seinen eigenen Bau oder sein Artefaktlager verteidigt: hier greift der Schrotter zu ausgeklügelten Fallen. (Diese können selbst mit LARP-tauglichen Miniarmbrüsten oder z.B. NERF-Dart-Claymoreminen hergestellt werden – der Spieler eines Schrottercharakters sollte ohnehin eine gute Portion Bastelfähigkeit mitbringen.) In seinem Lager kämpft ein Schrotter wie ein in die Enge getriebener Fuchs: mit allem Einfallsreichtum des Underdogs.

Natürlich braucht ein Schrotter zum Ausspielen seiner Fähigkeiten Werkzeug. Klappt er seine Kiepe auf, entsteht mit ein paar Handgriffen eine mobile Werkstatt, in der er phänomenale Dinge zuwege bringt. Werfen mehrere Schrotter ihre Ressourcen in einen Pool, gibt es kaum etwas, was sie nicht bauen oder reparieren können.


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SPIELHINWEISE

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EINZELGÄNGER

Schrotter verlassen sich auf sich selbst. Sie brauchen die Gesellschaft nicht, außer um ihre Funde zu verkaufen. Sie bleiben unter sich, und selbst diese Bindungen sind sehr lose. Man trifft sich im Ödland, teilt einen Streifen Rattenfleisch und einen Becher Destillat am Lagerfeuer und geht dann seiner Wege. Misstrauen ist der ständige Begleiter eines Schrotters – wer zu vertrauensselig ist, der verliert seine sorgfältig versteckten Schätze und geheimgehaltenen Fundstellen schneller, als er "Gendosteak" sagen kann.


PRAGMATISCH

Wahn, Personenkult und komplexe theologische Übergebäude der anderen Kulte sind den Schrottern zuwider. Sie lassen sich vor keinen Karren spannen. Wer schwafelt, bekommt eins auf die Fresse.


WUNDERLICH

Wer die Gesellschaft meidet und ins Ödland zieht, ist schon von vornherein vermutlich nicht der sozialverträglichste Mensch gewesen. In der Einsamkeit werden Schrotter immer sonderlicher, entwickeln Ticks und Macken. Manche werden wortkarg, andere reden immerzu mit sich selbst oder grummeln und schimpfen vor sich hin. Vielen ist der Aberglauben ständiger Begleiter. Die Schrottergemeinschaft stört´s nicht: da kommt es nur darauf an, wie gut man basteln kann. Man will sich ja nicht heiraten. Andere Kulte sind da weniger tolerant. Ein Grund mehr, sich wieder in die Ruinenfelder hinauszusehnen, kaum dass man einen Fuß in eine Stadt gesetzt hat.


FÄKALSPRACHE

Schrotter sind nicht für ihre feinen Umgangsformen bekannt. Wer auf "Bitte", "Danke" oder "Wie ist das werte Befinden?" Wert legt, der ist bei ihnen an der falschen Adresse. Derbe Witze, grobe Umgangsformen und ausgeprägter Schimpfwortschatz kennzeichnen die Rostschlepper.


DAS KARTELL

Im Protektorat hat sich eine Gruppierung etabliert, die sich selbst den Schrottern zurechnet. Tatsächlich handelt es sich eher um eine Schlägertruppe, die das Ödland in der Staublunge in Parzellen aufgeteilt hat. Wer hier schürfen will, zahlt Schutzgeld. Zugleich vertritt das Kartell aber auch die Schrotter gegenüber den Chronisten und beschäftigt in Justitian eigenständige Schätzer – erfahrene Schrotter, die den Wert eines Artefakts mit sicherem Auge zu erkennen wissen und verhindern, dass ein Schrotter mit seinen Funden übers Ohr gehauen wird. Die Chronisten nehmen diese Einmischung zähneknirschend hin, würden aber das Kartell am liebsten zum Teufel jagen.


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NAMEN

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Schrotter geben sich gerne kurze Namen: Brok, Harder oder Ivan. Viele der Namen sind von Werkzeug- oder Transportfirmen des Urvolks entlehnt. Dies sind mächtige Namen, auf die man immer wieder in Ruinen und auf Artefakten stößt. Benz, Ford, Decker, Metabo, Dachser, Hesta – solche Namen beschwören die mechanische Kraft und Ingenieurskompetenz, die dem Urvolk zur Verfügung stand.

Borcische und pollnische Schrotter, die ihren Eigennamen verwenden, haben oft Namen polnischer Abstammung, die technische Erfahrung und pragmatisches Zupacken signalisieren: Sikorski, Jablonski, Kurzok. Einsilbig, wie Schrotter sind, sind Vornamen selten.

Zuletzt gibt es noch Schrotter, die sich nach ihrer Tätigkeit nennen. Sie heißen Digger, Spark, Seiler, Läufer oder Schneider, und sie graben, reparieren Elektroanlagen, flicken Stahltrossen, bringen Botschaften oder schneiden Bleche.