DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER

::: CHARAKTERGALERIE



DIE JEHAMMEDANER
HIRTEN UND BEWAHRER

Der Letzte Prophet Jehammed erschien seinen Anhängern auf der Kaaba und verkündete seine Lehre. Jetzt, nach dem Weltenbrand, sind seine Anhänger in der neuen Welt überall zu finden. Sie bilden feste Familiengemeinschaften, gestützt auf ein strenges Kastensystem, igeln sich gegen Außenseiter ein und verfolgen konservativ die Lebensart ihrer Vorväter – sie halten Ziegenherden, ziehen von Weide zu Weide, arbeiten hart und befolgen die Gebote des Jehammeds.

Die Religion der Jehammedaner beruht auf der Geschichte Abrahams und einem neuen Pakt mit Gott. Die Jehammedaner sehen sich als auserwähltes Volk, achten auf Reinheit und Demut. Ihre Priester, die Eikoniden, verhandeln bei Opfern und Gebet mit dem Höchsten Schöpfer um göttliche Ratschlüsse und Interventionen.

Familien zentrieren sich um das patriarchalische Oberhaupt, den Abrami. Frauen, die Hagari, und unverheiratete Knaben und Männer, die Ismaeli, sind rechtlose Knechte und Mägde, auf deren Arbeit die Familie fußt. Neben seinen Ehefrauen hat der Abrami oft noch eine reine Jungfrau als Gefährtin, die Saraeli, der er sich nur einmal im Jahr nähern darf, und die als Heilige viele Entscheidungen mit ihrer Meinung beeinflusst.

Kindern, die einer Saraeli geboren werden, wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen; ihre Töchter sind ebenfalls zu Saraeli bestimmt, ihre Söhne sind Isaaki, denen ein früher Tod bestimmt ist – von ihnen wird erwartet, sich für seine Familie und Gott in den sicheren Tod in der Schlacht zu stürzen.

Die rigide Familienordnung der Jehammedaner mit der Unterdrückung der Hagari und Ismaeli und der himmelschreienden Bevorzugung der Saraeli und Isaaki sorgt für enormen Druck. Manche verlassen die Familie und werden abtrünnig; bei anderen schlägt der Druck in Fanatismus um. Ehrwürdige Hagaritinnen und devote Ismaeli können zum Pulverfass werden, das bei der geringsten Provokation gegenüber ihrem Glauben oder ihrer Lebensweise hochgeht.

Aber auch die reinen Jungfrauen und gesegneten Opferlämmer stehen in der Pflicht; viele zerbrechen am Zölibat oder den hohen Erwartungen. Furcht vor dem Versagen lässt sie sich selbst hart antreiben – oder an den Anforderungen zerbrechen.


DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
________________________________________________________________________________________________________
ERSCHEINUNGSBILD

DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
ANLEHNUNG: ALTTESTAMENTARISCHES HIRTENVOLK

Kopftücher, Turbantücher, Gebetsriemen, Schaf- und Ziegenfelle, weite leinene, sandfarbene oder gestreifte Gewänder, bestickte oder mit Metall beschlagene Westen, Überwürfe – damit können alttestamentarische Anspielungen gemacht werden. An Unterbekleidung empfehlen sich weite, an den Knöcheln oder Knien geraffte Hosen oder Pantalons, die an der Hüfte mit Schärpen gehalten werden. Rot und Erdtöne sind immer wiederkehrende Farben.

Ismaeli und Hagari können ihre demütige Rolle mit einfacher, fadenscheiniger, aber sauberer Kleidung zeigen; die verhätschelten Isaaki und gebieterischen Abrami können schon mehr an Verzierung und Schmuck haben. Bei den Abrami kommt noch ein patriarchalischer Vollbart hinzu.

Die Saraeli sind der Schatz der Sippe und werden entsprechend in feinste Stoffe und Mengen an Schmuck gekleidet; hier bietet sich Tribalschmuck aus Afghanistan an, mit zahlreichen Münzen, Zellwerk und Glassteinen. Reinheit und Unberührbarkeit kann mit zurückhaltendem Auftreten und einem Schleiertuch angedeutet werden. Bommel und Quasten sind gute zusätzliche Elemente.


ANLEHNUNG: MONGOLEN

DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
Jehammedaner sind Reiter. Das Bild des berittenen Kriegers aus der Steppe kann durch weite, lederne Reithosen oder Chaps, Ziegenfellumhänge, Reitstiefel und Schuppenpanzer vermittelt werden..

Eikoniden und Anführer der Schwerter Jehammeds sind oft mit einem Stab zu sehen, den das Gehörn eines Widders krönt. Im Frieden kennzeichnet es einen weisen Mann, einen Vorbeter oder Schlichter, im Krieg dient der Schädelstab als Standarte, um die sich die Krieger scharen.


________________________________________________________________________________________________________
KULTELEMENTE

DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
Die Jehammedaner tätowieren sich mit Reihen von Punkten, die ausgehend von der Stirn und Hüfte quer über Gesicht und Körper verlaufen. Diese Punkttätowierungen deuten Lebenserfahrung an und werden nach jedem großen Ereignis im Leben des Kultisten erweitert. Jeder jehammedanische Charakter sollte daher diese Zeichnung haben.

Andere Kultinsignien sind bei den Abrami die Vollbärte, bei allen Jehammedanern die hinten zusammengebundenen und am Hinterkopf in alle Richtungen abstehenden Haare.

Rüstungen sind oft goldbronziert und mit Spiralmustern geschmückt, die Widdergehörn andeuten sollen.
________________________________________________________________________________________________________
BEWAFFNUNG UND AUSRÜSTUNG

DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
Feingeschmiedete Säbel und Reithacken sind die Zierde der Krieger, ebenso wie ein Krummdolch, der die Männlichkeit des Trägers betont. Zusätzlich können einzelne, enganliegende Rüstungsteile aus geschmiedetem Metall hinzukommen – oft aus Bronze oder Messing. Runde Scheiben mit Widderhornspiralen sind ein häufiges Emblem.

Moderne Feuerwaffen und zusammengestückelten Schrott meiden die Jehammedaner. Ihr Glaube steht für einen symbolischen Neuanfang im Bunde mit Gott – die Ruinenfelder und Hinterlassenschaften des Urvolks meiden sie als Zeugen einer schmählich untergegangenen Hoffart.


EIKONEN

Heilige Reliquien werden von den Eikoniden erschaffen, an besondere Helden ausgegeben und von den Stämmen aufbewahrt, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben. Es sind Talismane mit Symbolcharakter – eine goldumwundene Sandale für eine schnelle Botenreise, ein in Glassplitter eingehüllter Schädel, um einen erbitterten Feind endgültig zu besiegen, die mumifizierte Hand eines Siechen, um den Stamm vor dem Fleckfieber zu bewahren. Solange eine Gruppe Jehammedaner auf diesen Zweck hinarbeitet, wird sie von der Eikone beseelt und zu Höchstleistungen angespornt.

________________________________________________________________________________________________________
SPIELHINWEISE


DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
GESCHLECHTERTRENNUNG

Männer und Frauen wurden von Jehammed in seinen Lehren unterschiedliche Rollen zugewiesen: das Weib diene dem Manne, der Mann beschütze die Frau und die Herde. Patriarchat und gesellschaftlicher Sexismus durchdringen die jehammedanische Gesellschaft und wirken in jeden Aspekt des Lebens hinein.

Dennoch gibt es viele Frauen, die sich in ihrer demütigen Rolle wohl fühlen oder sich zumindest resigniert gefügt haben. Die Eikoniden und Abrami verweisen stolz darauf, dass anderswo die Frauen Freiwild sind, immer begehrlichen Händen und Blicken ausgesetzt, stets gezwungen, sich mit Waffen in den Händen ihrer Unversehrtheit zu wehren. Im Schoße des Stammes sind die Weiber behütet, geschützt – es gibt nicht einen Ismaeli, der nicht bereit wäre, ihre Keuschheit und Würde mit der Rede oder dem Säbel zu verteidigen. Und auf diese Weise haben die Frauen ihre eigenen Bereiche, in die ihnen kein Mann hineinreden kann: das Gebären und die Riten der Fruchtbarkeit, das Heilen von Wunden und Krankheiten, die Zeltgemeinschaften der unverheirateten Mädchen, die für die Männer tabu sind.

Im Umgang mit Frauen, die nicht den Lehren Jehammeds folgen, ecken Jehammedaner – ob Ismaeli, Abrami oder selbst Hagari – oft an. Sie sind von Weibern Demut gewohnt, und in dem heillosen Gewirr, das die Ungläubigen ihre Gesellschaft nennen, fallen ihnen plötzlich Frauen ins Wort, sprechen mit ihnen wie mit Gleichgestellten. Solche ungesitteten Frauen können sie nicht achten!

Umgekehrt findet man nirgends sonst eine solche Achtung vor der Ehre der Frau wie bei den Jehammedanern. Für die Außenwelt mögen all die Abrami und Ismaeli Unterdrücker sein – doch sie verteidigen auch eine Frau, oft bis zur Hingabe des eigenen Lebens. Dieses scheinbare Paradox ist den Außenseitern oft unerklärlich.


ZORN DER (SELBST)GERECHTEN

Sie werden klein gehalten, die Hagari und Ismaeli. Ihr Rücken ist gebeugt von der Arbeit, sie sind die Knechte ihres Abrami. Die Frauen dürfen den Blick nicht erheben, um einen Mann anzublicken, die Männer eine Frau nicht berühren. Es bleibt ihnen nur der Stolz auf ihre Lebensart. Schert jemand aus der Reihe aus – tändelt eine junge Hagaritin mit den Hirten des Stammes, gibt ein Ismaeli seinem Vater Widerworte –, dann entflammt der Zorn der Gerechten. Und erst Ungläubige, die die heiligen Regeln Jehammeds mit Füßen treten: da werden stille Frauen zu Furien, demütige Ismaeli zu Engeln des Zorns. Und auch Neid ist dabei: Neid auf alle, die sich ihr Los leichter machen als Gottes Volk, die die Annehmlichkeiten der Sünde kosten, die man sich selbst versagt! Die Jehammedaner schreien sie nieder, diese unwürdige Regung, dreschen ein auf den Menschen, der sie in ihnen weckte, als könnten sie so ihren eigenen Versucher austreiben.

Der Kult kanalisiert diesen Zorn. Wer in dem engen Korsett der Regeln nicht atmen kann, der wird ein Schwert Jehammeds und lässt seine Wut an den Feinden des Kultes aus (und auch einige gefallene Weiber, die Delilas, ergreifen den Säbel). Wer sich im Kampf bewährt, der kehrt in den Stamm zurück und kann sich ein Weib nehmen, um als Abrami eine eigene Gemeinschaft zu gründen. Der Vater wird seine Herden mit ihm teilen und ihm stolz den Hirtenstab überreichen.


VERSUCHUNG

In Jehammeds Lehren gibt es neben Gott keinen Teufel, Demiurgen und Versucher. Es gibt nur schwache Menschen. Kommen sie vom Weg ab und verfallen in Sünde, haben sie es sich nur selbst zuzuschreiben. Ein Jehammedaner ist von zahlreichen Versuchungen umgeben: Rausch, Laster, Liederlichkeit, Völlerei, Destillat, die weichen Schenkel einer Hure. Sich gegen diese Verstrickungen zu behaupten, darin zeigt sich ein tapferer Mann, eine ehrbare Frau. Und jeder Versuch, die Gerechten in den Sumpf der Sünde zu zerren, ist ein Angriff auf ihre Rechtschaffenheit, der mit dem Säbel beantwortet werden muss – oder zumindest mit kältester Verachtung.

Wer der Versuchung nachgibt, der ist für seinen Stamm ein Niemand. Der Vater wird gramgebeugt klagen, die Brüder sich verächtlich abwenden. Möglich, dass man dem verlorenen Lamm wieder die Hand reicht, wenn es echte Reue zeigt und seine Verfehlung abbüßt, doch oft ist die Schande zu groß. Der ehemalige Jehammedaner ist gestrandet in der feindseligen Welt draußen. Und oft, wenn er von Apokalyptikern ausgenommen, von Wiedertäufern drangsaliert, von Chronisten mit hohlen Worten angedröhnt wird, wird er sich insgeheim in den erdrückenden, aber warmen Schoß des Stammes zurückwünschen.


DEMUT

In der Hierarchie der Jehammedaner zählt das Wort der Höhergestellten. Das Weib schweigt, wenn der Mann redet, der Jüngere ist dem Älteren ehrerbietig, der Sohn neigt vor dem Vater das Haupt. Alle bedecken ihre Stirn, wenn ein heiliger Eikonide das Zelt betritt. Zu wissen, wo sein Platz ist, heißt in Zufriedenheit leben, sagen die Schriften.


________________________________________________________________________________________________________
ROLLEN




DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER
In seine Rolle wird ein Jehammedaner hineingeboren. Die meisten beginnen als Ismaeli und Hagari: Knechte und Mägde ihres Stammes. Nur indem sie ihre Rolle getreulich erfüllen, haben sie die Möglichkeit auf Besserung ihres Status.


ISMAELI (MÄNNLICH)
Sie leben in Demut, sind Knechte, Hirten, Arbeiter des Stammes. Den Blick begehrlich auf eine Frau zu richten oder sie zu berühren ist ihnen untersagt. Kämpfer sind sie nicht – noch nicht! – doch sie wissen mit der Schleuder, dem Hirtenstab oder dem Bogen die Herde vor Plünderern und wilden Gendos zu bewahren.

SCHWERT JEHAMMEDS (MÄNNLICH)
Sie haben den Stab mit dem Säbel vertauscht. Auf den Schlachtfeldern Hybrispanias oder in den Schluchten des Balkhan kämpfen sie fanatisch (oder mit gespieltem Fanatismus) gegen die Feinde des Kultes. Doch es gibt viele unter ihnen, die nur mit halbem Herzen dabei sind: nur die eine Heldentat vollbringen, dann können sie heimkehren und sich ein Weib nehmen, der Knechtschaft entfliehen, eine eigene Familie gründen, ihren Platz im Rat einnehmen. Dann sind sie ein Abrami, sind die Tage der Fron vorbei.

ABRAMI (MÄNNLICH)
Als Schwert Jehammeds schlachtete er die Feinde des Glaubens dahin, doch das ist Vergangenheit. Jetzt ist er zur Ruhe gekommen und hat eine gute Frau geheiratet, die ihm Kinder gebiert, steht einer Familie vor. Sein Wort ist Gesetz im Kreise seines Stammes. Man misst ihn an seiner Weisheit und Charakterstärke – und an seinem Kinderreichtum.

HAGARI (WEIBLICH)
Die Mägde des Stammes, verheiratete und unverheiratete Frauen und Mädchen. Ihr Los ist Arbeit und Demut, sie werden behütet, aber auch überwacht. Man blickt auf sie mit Stolz, ihre Keuschheit und ihr Fleiß sind Quelle des guten Rufs ihres Stammes.

GERECHTE (WEIBLICH)
Manche Frau findet eine Quelle der Macht in der Auslegung der Schriften Jehammeds. Sie ist immer noch eine Hagaritin, dem Manne untertan, doch welcher Mann wagt es, Jehammeds Worten zu widersprechen? Auch wenn sie aus dem Munde einer Frau zitiert werden.

GEFALLENE / DELILA (WEIBLICH)
Hagaritinnen, die vom Wege abkamen, werden ausgestoßen – oder sie greifen zum Säbel und kämpfen an der Seite der Schwerter Jehammeds, um ihre Sünde zu tilgen und den Makel reinzuwaschen. Die Sägezahntätowierung auf ihren Wangen zeigt ihren Status als Gefallene an. Oft kämpfen sie mit fanatischer Wut, erfüllen die Herzen aller Feinde mit Furcht.

ISAAKI (MÄNNLICH)
Der gesegnete Sohn einer Saraeli wird mit Gaben überhäuft. Die beste Ausbildung, die feinsten Gewänder, die Liebe des Vaters sind alle sein. Brüder und Schwestern schweigen ehrerbietig, wenn er spricht. Denn sein Leben währt nur kurz: ihm ist auferlegt, stets sein Leben in die Waagschale zu werfen, um den Stamm zu retten. Er stürmt den Schwertern Jehammeds voran in das Bleigewitter und die Klingen der Feinde, wagt das Unmögliche, überbringt die Nachricht durch die lebensfeindliche Ödnis, wagt sich alleine ins Lager des Feindes. Er ist das Opferlamm, das stirbt, damit sein Stamm leben kann.

EIKONIDE (MÄNNLICH)
Manchmal verschont Gott den Isaaki und lässt ihn sein dreißigstes Lebensjahr erreichen. Alle Proben hat er bestanden, obwohl ihm in jeder davon der Tod bereits gewiss war. Solche heiligen Männer legen das Schwert ab und werden zu Bewahrern der Schriften, zu Eikoniden. Man denkt, dass sie eine besondere Verbindung zu Gott haben, der ihr Opfer ausschlug und sie am Leben ließ. Und deshalb verhandeln sie für ihr Volk mit dem Herrn der Heerscharen, erbitten seine Gnade und seinen Beistand.

SARAELI (WEIBLICH)
Bedeckt sich ein Abrami mit Ehre, ist sein Urteil weise und seine Hand gerecht, lebt er Jehammeds Worte und ist seinem Stamm ein guter Anführer, so wird ihm zugestanden, dass er sich eine zweite Frau nimmt, eine Jungfrau aus der heiligen Linie der Saraeli. Einmal im Jahr nur teilt er mit ihr das Lager – wenn sie schwanger wird, geht ein Freudenruf durch die Reihen der Jehammedaner. Sollte sie einen Sohn gebären, wird er ein gesegneter Isaaki, eine Tochter wird ebenfalls eine Saraeli.
Eine heilige Jungfrau hat keine formelle Autorität, doch sie umweht der Segen Gottes für den Stamm: viele Saraeli üben großen Einfluss aus und verhandeln oft auch mit den Angehörigen anderer Kulte. Von Kindesbeinen an mangelt es ihnen an nichts: sie werden in die kostbarsten Stoffe und den schönsten Schmuck gekleidet, ihre Ehre von jedem Mann des Stammes verteidigt.

________________________________________________________________________________________________________
NAMEN

Ein Jehammedaner trägt drei Namen: einen Rufnamen, einen Geburtsnamen und den Namen seines Stammes.

Der Rufname ist in der Regel ein biblischer Vorname wie Jerobeam, Elihu, Abimelech oder Ezechiel. Frauen heißen ebenfalls nach biblischen Vorbildern wie Rebekka, Rahel oder Jezebel.

Der zweite Name, der Geburtsname, bezeichnet die Stellung und Kaste des Jehammedaners: Sara für eine Saraeli, Abraham für einen Abrami, Isaak, Ismael, Hagar, Delila. Eikoniden legen ihren Geburtsnamen Isaak und ihren Stammesnamen ab und gebrauchen nur ihren Rufnamen.

Der letzte Name bezeichnet den Stamm, zu dem sich der Jehammedaner bekennt. Ein Sohn der Amalekiter trüge den Stammesnamen Amalekith, ein Jezerainiter den Namen Jezerai. Stämme können sehr weitverzweigt sein und Mitglieder in jedem Land Europas haben.

Eikoniden legen ihren Geburtsnamen Isaak und ihren Stammesnamen ab und gebrauchen nur ihren Rufnamen.

Ein Isaaki vom Stamm der Hadramiten könnte also Eliphas Isaak Hadramai heißen; sobald er zum Eikoniden wird (so Gott ihn am Leben lässt) würde er seine Stammesbindung und seinen Geburtsnamen verlieren und nur noch Eliphas gerufen werden.




DEGENESIS® : KULT > JEHAMMEDANER

DEGENESIS® : KULT > ARIANOI

::: CHARAKTERGALERIE



DIE ARIANOI
GOTTES ZORNIGES ANTLITZ


In der Stunde der höchsten Not erschien der widderköpfige Aries den Jehammedanern. Er war ein gewaltiger Krieger, wie man sagt, beseelt von Gottes Geist, und sein Zorn war alt und groß. Vor ihm fielen die Feinde des Glaubens wie Weizen vor dem Schnitter. Mancher sagt, er sei einer der Uralten, der Nicht-Toten, der Marodeure, an dieses Leben gekettet durch schieren Willen. Für andere ist er der Bote Gottes oder Jehammeds, gesandt, um sein Volk vor Niederlage und Knechtschaft zu erretten. Seit dieser Zeit wird Aries bei den Jehammedanern verehrt.

Die orthodoxen Eikoniden sehen diese Entwicklung mit Sorge: vielen gewöhnlichen Jehammedanern ist Aries näher als Gott. Sie rufen ihn um Schutz an, wenn sie bedrängt werden, schreiben ihm Wunder und Glücksfälle zu. Der Glaube an Aries droht in vielen Stämmen den an Gott und Jehammeds Lehren zu verdrängen. Die Eikoniden mahnen zur Eintracht, zur Rückbesinnung auf den Bund mit Gott – doch auch in ihren Reihen gibt es bereits jene, die sich zu Aries´ Jüngern zählen.

Für viele sind es nur kleine, harmlose Rituale, die sie von den anderen Jehammedanern trennen. Sie bestreichen sich zu Festzeiten mit dem Blut von geschächteten Hammeln, errichten ein separates, reich ausgestattetes Zelt als Aries´ Wohnsitz, damit sein Geist unter ihnen weile. Die abweichlerischsten unter ihnen feiern in heiligen Höhlen sexuelle Orgien – entsetzlich in den Augen der orthodoxen Jehammedaner, harmlos und naiv in der Sicht der echten Arianoi.


Wer sich wirklich Aries als Knecht und Magd anbieten will, der macht sich auf die Pilgerreise nach Kreta. Nichts für Schwächlinge und Hasenfüße: den feindlichen Balkhan zu durchmessen ist nur der Anfang. Das stürmische Mittelmeer trägt den Pilger an die Felsküste Kreta, die von Apokalyptikern und Africanern gleichermaßen abergläubisch gemieden wird. Hartgesottene Albatrosse erbleichen, wenn die Insel erwähnt wird, furchtlose Geißler erstarren in namenloser Angst.

Hat man die Überfahrt gemeistert, ohne von den Wogen auf die Lavafelsen geschmettert und Teil des riesigen Gebeinfeldes der kreitschen Küste geworden zu sein, tritt man vor Aries und seine Priester, nimmt in den aus Knochen erbauten Labyrinthhöhlen an den verderbten Riten teil, wird in die Geheimnisse eingeweiht... und kommt als veränderter Mensch zurück.

Lust und Zorn brodeln in den Arianoi. Aries´ Wut, größer und schrecklicher als alles, was ein Mensch empfinden könnte, durchpulst sie. Sie sind keine Hagaritinnen, Eikoniden, Isaaki oder Ismaeli mehr, selbst eine heilige Jungfrau legt ihren Status ab. Sie alle trinken das Blut des Aries, sind süchtig danach. Es lässt ihre Wunden heilen und verändert ihren Geist, bis Aries sie eines Tages völlig erfüllt.

Niemand weiß, welche Zwecke der Widderköpfige verfolgt, nicht einmal seine Diener. Bei den Riten paaren sie sich in ekstatischer Hingabe im Blut und Eingeweiden von Opferhammeln, und dann sendet Aries sie in die Welt hinaus. Um die Feinde des Kultes blutig zu töten, zu richten und zu strafen. Die Arianoi berichten, dass im entscheidenden Moment Aries von ihnen Besitz ergreift, ihre Hände führt. Posthypnotische Befehle, die während der Orgien eingepflanzt wurden? Implantierte Geräte, mit denen der Uralte die Hirne seiner Knechte steuert? Eine Substanz in dem süchtig machenden Blut Aries´? Niemand weiß es. Die Arianoi sind der dunkle Abgrund, das grausige Geheimnis hinter dem Kult der Jehammedaner.

DEGENESIS® : KULT > ARIANOI
________________________________________________________________________________________________________
ERSCHEINUNGSBILD

In der Kleidung und Bewaffnung unterscheiden sich die Arianoi nicht von anderen Jehammedanern. Lediglich im Krieg, im Ritus, oder wenn sie sich ihren Opfern zu erkennen geben, legen sie ihre Insignien an.


DEGENESIS® : KULT > ARIANOI
ANLEHNUNG: MINOTAURUS

Stilisierte Labyrinthe und eckige Spiralen finden sich in Stoffe gewebt, auf Rüstungsteilen und Schilden. Helme und Schultern verbergen das Gesicht und sind mit mächtigen, gekrümmten Hörnern geschmückt; manchmal ist es ein vollständiger Widderschädel, der den Feinden Aries´ entgegenblickt. Schwarze, mächtige Schafsvliese wogen um die Schultern, lassen die Krieger und Kriegerinnen massig wie Kolosse erscheinen.


ANLEHNUNG: BLUTRITUS

In wachsversiegelten Widderhörnern tragen die Arianoi ihre lebenswichtige Droge, das Blut Aries´ mit sich. Auch für ihre Riten, abscheuliche Blut- und Sexrituale, wird Blut verwendet, und oft zeichnen sie sich mit Opferblut oder dem Lebenssaft ihrer Feinde.

In der Vorstellungswelt der Ariesanbeter tobt ein chaotischer Strudel. Knochen und Leichenteile erinnern sie an die Beinhauskavernen von Kreta, und manche schmücken oder umgeben sich damit.


________________________________________________________________________________________________________
SPIELHINWEISE

DEGENESIS® : KULT > ARIANOI
WAHN

Ein gerade in die Mysterien eingeweihter Arianoi mag noch geistig stabil sein. Doch die Visionen, plötzlichen Wahnschübe, Fieberträume und Kontrollübernahmen durch Aries´ Geist zerrütten den Verstand. Wer länger im Kult ist, wird zum Wahnsinnigen oder zur seelenlosen Mordmaschine. Hat man die Welt einmal durch die Augen von Aries erblickt, kann man andere Menschen nicht mehr als fühlende Wesen wahrnehmen: für den Arianoi sind es formlose Säcke aus Fleisch, Blut, Gedärm und Knochen.

Ein kluger Arianoi weiß seinen Wahn zu verbergen. Viele verstellen sich meisterhaft, sind Wolf im Schafspelz. Unter der Oberfläche brodelt die Wut, bereit, reißend und schneidend auf die Feinde des Kultes losgelassen zu werden.



________________________________________________________________________________________________________
ROLLEN

DEGENESIS® : KULT > ARIANOI

ARIANOI (MÄNNLICH / WEIBLICH)
Sie haben ihrem Stamm den Rücken gekehrt, haben die Reise nach Kreta angetreten. In ihren Adern rinnt jetzt das Blut des Uralten, das sie täglich aus dem Widderhorn auffrischen müssen, damit die Sucht sie nicht zerfrisst.

FATUM (MÄNNLICH / WEIBLICH)
Längst nicht mehr mit eigenem Willen ausgestattet, ist ein Fatum bereits völlig Aries verfallen. Es lebt nur noch, um Gefäß von Aries´ Befehlen zu sein – und wird zum Schicksalsboten für die anderen Kulte.