Protektor Vallenquist : Richter / Endzeit-LARP nach DEGENESIS®

PROTEKTOR ALARICH VALLENQUIST
::: BORCISCHER PROTEKTOR
::: (RICHTER)



KULTUR: BORCA
KONZEPT: + ZWANG
KULT: RICHTER > PROTEKTOR
RANG : STADTRICHTER


Der Schreibtisch hat etwas mehr als die normale Höhe, und der Stuhl dahinter steht auf einem diskreten kleinen Podest, das für den Eintretenden nicht sichtbar ist. Advokat Severin Manteuffel, M.d.S. (der Name steht in Goldlettern auf einem keilförmigen Schieferschild, sehr geschmackvoll, direkt neben der leicht angestaubten Marmorbüste des Ersten Richters platziert) hat festgestellt, dass der subtile Höhenunterschied aufgeblasene Bittsteller auf ihr übliches Maß zurechtstutzt und so die Zeit verkürzt, die es braucht, sie hinauskomplimentieren zu lassen. Wirkliche Gesprächspartner empfängt man am Nebentisch, wo Teegebäck steht und wo sich in Ledersesseln angenehm plauschen lässt. Ein, wie Manteuffel findet, äußerst sinnvolles Arrangement.

Diesmal hat ihm sein Gast jedoch nicht die Zeit gelassen, sich zu erheben, ihn leutselig willkommen zu heißen und ihn zum Nebentisch zu geleiten, nein, er ist direkt hereingerollt (eines der Rollstuhlräder quietscht ganz leicht und misstönend) und hat, kaum zur Tür herein, bereits eine Tirade abgefeuert, die Manteuffel hinter seinem Schreibtisch festgenagelt hat. Das Ergebnis ist, dass Vallenquist senior in seinem Rollstuhl jetzt nur knapp mit dem Kinn über die Tischkante ragt und schräg über das Tintenhorn zu ihm aufblicken muss, was seiner Laune wenig zuträglich ist. Ein schlechter Start für beide Seiten.

"Hol erst einmal Luft, Gabriel, ich versichere Dir, ich habe alles in meiner Macht stehende getan."

"Alles in –", der Alte schnappt tatsächlich nach Luft wie ein Fisch, "Wie das? Ich sagte: annulliere –"

"Die Entscheidung des Probanden ist rechtskräftig. Das Prüfungsgremium hat seine Leistungen abgezeichnet und ihn für dienstfähig erklärt. Da gibt es nichts mehr zu annullieren. Auch nicht für mich."

"Es ist die falsche Entscheidung! Ich dulde nicht, dass er sich – und der Familie! – seine Karriere derart versaut! Ich dulde es nicht!" Die Altmännerstimme ist zu einem heiseren Keifen geworden. Manteuffel seufzt.

"Die Entscheidung für den Weg des Advokaten oder Protektoren wird vom Probanden selbst getroffen. Es ist seine Wahl. Die letzte freie Entscheidung, die er für viele Jahre trifft, falls wir ihn danach in die Klawen oder zu den Wilden nach Ramein versetzen. Niemand kann ihm da hereinreden. Punctum. Dein Sohn ist Protektor, Gabriel, ob Du willst oder nicht."

Vallenquist scheint in seinem Sitz noch weiter zu schrumpfen. "Aber die Verlobung –"

"Die können wir leider nicht weiter aufrechterhalten – so sinnvoll es sein mag, jemand im politischen Lager der Protektoren zu haben, der der Familie nahe steht, bezweifle ich doch, dass Dein Sohn seinen Blick in der nahen Zukunft auf einen Senatsposten richten wird. Oder in irgendeiner Zukunft. Ich höre, einer der etwas zurückgebliebenen Salvano-Neffen –"

"Das ist nicht akzeptabel!" Der Greis fährt hoch und umklammert die Rollstuhlgriffe, als wolle er sich mit einem Schub über den Tisch katapultieren und die knorrigen Hände um Manteuffels Hals legen. Plötzlich ist der Advokat froh über die Höhe der Schreibtischkante. "Ich werde dafür sorgen, dass Du –"

Manteuffel erhebt sich zu seiner vollen Größe und strafft die Schultern. "Äußere keine Drohungen, die Dir später leid tun werden, Gabriel. Ich habe einen Termin, der bereits wartet. Ich schlage vor, Du klärst das privatim mit Deinem Sohn. Bis dahin – Gerd! Dieser Mann möchte gehen."



Protektor Vallenquist : Richter / DEGENESIS®-LARP
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