Schrotter - Degenesis®

GRU
::: BORCISCHER DACHS
::: (SCHROTTER)



KULTUR: BORCA
KONZEPT: – ISOLATION
KULT: SCHROTTER
RANG: DACHS



Es ist kalt. Der Atem der Trommler geht in weißen Wölkchen, während ihre Hände auf die straffen Trommelfelle schlagen. Der Junge tritt scheu aus dem Zelt, behangen mit dem schwarzen Federgewand. Der Schamane nickt ihm zu. Zögernd geht der Junge nach vorn, empfängt den abgestoßenen Metallbecher. Die schwarze Flüssigkeit darin schäumt und wirft Blasen.

"Tshakan!" ruft der Schamane, und der Kreis der Dorfbewohner tut es ihm gleich. Ein Schluck aus dem Becher. Der Trank ist widerlich, droht ihm die Kehle zu verätzen. Mit Mühe schluckt er. Beginnt sich zu wiegen. "Tshakan!" Erneut ein Schluck. Seine Augen blicken verschwommen in die Weite. Krähen kreisen über den grauen Himmel. Drehen sich. Wie sein Kopf.

Ihm gegenüber: das Totem aus rostigen Metallstücken. Von dem schiefen Pfahl breiten sich krumme Flügel aus. Der Schrottvogel scheint ihn zu verhöhnen. Flieg! ruft sein Hirn, aber sein Körper will nicht folgen. Die Trance zieht sich zäh dahin. Einen Moment glaubt er, eine der kreisenden Krähen zu sein. "Tshakan!" "Tshakan!" Der Becher rollt über den Boden. Sein Kopf dreht sich, die Krähen stehen still.

Dann reicht ihm der Schamane die Krähe. Seine Hände schließen sich um den kleinen Körper. Er spürt das Herz schlagen, die Flügel stemmen sich gegen seine Finger, der Schnabel schlägt wild um sich. Das Tier will leben! Er versucht den Hals zu packen, umzudrehen. Öffnet den Mund, um die Seele des Tieres einzuatmen. Wenn es nur gelingen würde! Der Kopf schlägt wild hin und her, ein Flügel ist freigekommen. Die Krallen ziehen blutige Streifen über seinen Arm. Er nimmt die ganze Kraft zusammen, will nach dem hackenden Schnabel greifen, da windet sich das Tier in seinem Griff. Der Kopf ruckt, der Schnabel pickt eine rote Furche in seine Wange, schnappt nach seiner Zunge, zerrt daran. Entsetzen schießt in ihm hoch, er lässt die Krähe los, versucht noch einmal nach ihr zu greifen, aber behält nur ein paar Schwanzfedern in der Hand. Dann wird ihm schwarz vor Augen. Der Krähengott hat ihn abgewiesen.

Die Gesichter seiner Eltern sind starr vor Hass und Schreck. Der Schamane ist zusammengesunken, hat sich in die Falten seines Federkleids zurückgezogen. Die Trommler spielen zögernd weiter, dann ersterben die Schläge. Der Himmel ist leer.

Gru ist alleine.



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::: FOTOS : THORALF MÖHLIS / KOBOLDFOTO
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