DEGENESIS® - Spitalier : Famulant Martin Feintuch

FAMULANT MARTIN FEINTUCH
::: BORCISCHER ALLGEMEINMEDIZINER
::: (SPITALIER)



KULTUR: BORCA
KONZEPT: + EINTRACHT
KULT: SPITALIER > ALLGEMEINMEDIZINER
RANG: FAMULANT



Dreißig Ampullen liegen in dem mit Stroh ausgeschlagenen Kästchen. Der Schrotter blinzelt. Das Licht in der Kaschemme ist trüb, eine Art Brühe, durch die sich der einzelne Sonnenstrahl von der milchigen Scheibe hindurchkämpfen muss, um zuletzt müde ein vages Rechteck auf die abgestoßene Metallplatte des Tisches zu werfen. Neben seinem Ellenbogen bemerkt er Zahnabdrücke im Aluminium. Das wirft ein unangenehmes Bild auf.

Der stämmige Spitalier ragt vor ihm auf, ein Turm aus Neopren, gekrönt von einer ausdruckslosen Gasmaske. Der Famulant zählt Wechsel auf den Tisch. Achtundneunzig, neunundneunzig, einhundert. Die Augen des Schrotters kleben an dem Stapel.

"Eilzulage. Das Paket muss schnell in Serlohn sein. Innerhalb von zwanzig Tagen, sonst geschieht ein Unglück. Adressat ist Demus Feintuch, ein weißgekalktes Haus mit blauen Kreuzen auf den Fensterläden. Direkt neben dem Windradgenerator. Nur persönlich übergeben, hören Sie? ... Nur persönlich!", fügt er mit unnötigem Nachdruck hinzu.

Woher hat der Mann das Geld? fragt sich der Schrotter. Aber er fragt nicht laut. Einerseits, weil die Kehle weh tut, seit der Messerstecherei im Strandgut, zum anderen, weil ein Ruf für Verschwiegenheit sich nicht von selbst erzeugt. Er nimmt den Kasten mit dem Insulin entgegen, nickt und sackt das Geld ein. Je weniger Worte, desto besser. Der Auftraggeber will die Fläschchen in Serlohn haben, also werden sie in spätestens zwanzig Tagen in Serlohn sein.

Hinter ihm atmet der Famulant durch und reibt mit dem Finger den Innenrand der Maske von Schweiß frei. Er hasst diese Deals. Aber er hat keine Wahl: sein Vater stirbt, wenn er das Medikament nicht regelmäßig bekommt. Er fühlt seinen Puls: zu schnell. Seit Tagen zu schnell. Er braucht ein leichtes Sedativum, wenn er morgen Dienst hat. Oder einen Becher Destillat.

Aus den milchigen Schatten löst sich die Gestalt der Kartellistin. "Siehst du? Alles läuft gut. Meine Männer werden ihn außerdem unbehelligt durchlassen, ganz ohne Bakschisch. Wir sind –", sie streichelt das Neopren seines Armes, "– sehr gut zu dir gewesen. Ich freue mich, dass die Wechsel dir geholfen haben." Sie zieht die lockigen Haare zurück, windet sie zu einem straffen Knoten.

"Und jetzt sprechen wir darüber, was du für uns tun kannst."



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