DR. RÉGINE BEAULIEU
::: FRANKISCHE FELDÄRZTIN
::: (SPITALIERIN)



KULTUR: FRANKA
KONZEPT: – EINTRACHT
KULT: SPITALIER > FELDÄRZTIN
RANG: ÄRZTIN


Hektik. Die Zeltplane flattert. Behandschuhte Hände stopfen wahllos Unterlagen, Medikamente und Verbandmaterial in die Blechkisten. Schweiß glänzt auf den rasierten Schädeln, zeichnet dünne Rinnsale in den Kalk. Eine Brille liegt im Schlamm, wird hierhin und dorthin getreten und endet schließlich unter dem Feldbett. "Raus damit und auf den Wagen. Besorgen Sie mehr Kisten! Beeilen Sie sich, Mann!" Der Chirurg ist nervös, versprüht beim Reden Speichel über den Neopren des Famulanten. Andere Stimmen vor dem Zelt. "Stimmt es, dass die Front überrannt wurde?" – "Machen Sie, dass sie weiterkommen, Famulant!" – "Halten Sie fest."

Der Chirurg ist reizbar, weil ihm der Angstschweiß fingerbreit im Neoprenanzug steht. Beaulieu sitzt auf dem Feldbett, die Ellbogen auf die Knie gestützt, und schaut zu. Der Rucksack liegt zu ihren Füßen. Schließlich dreht sich der gekalkte Kopf zu ihr um. "Und was machen Sie hier noch? Sehen Sie zu, dass sie wegkommen, bevor der Schwarm uns überschwemmt." Beaulieu schüttelt den Kopf, und der Chirurg läuft unter seiner Blässe gefährlich rot an.

"Sie gehen."

"Ich bleibe. Ich bin hier geboren."

Einen Moment bleibt der Chirurg stehen und fletscht die Zähne. Beaulieu erwidert den Blick mit erzwungenem Gleichmut. Eine Sekunde, zwei Sekunden. Dann wirft der Chirurg die Hände in einer verzweifelten Geste hoch und wendet sich abrupt ab. Beim Hinausstürmen stößt er sich den hochroten Kopf am Zeltgestänge. Hinter ihm bleibt so etwas wie Ruhe zurück. Die Geräusche von draußen rücken an den Rand der Wahrnehmung, die Stimmen werden zu einem unbestimmten Gemurmel.

Die Ärztin erhebt sich, lässt den Blick ein letztes Mal über das Zelt wandern. Dann strafft sie die Schultern und wirft sich den Rucksack über.