DEGENESIS® : Spitalier : Famulantin Svea Asbjørg

FAMULANTIN SVEA ASBJØRG
::: BORCISCHE HYGIENIKERIN
::: (SPITALIERIN)



KULTUR: BORCA
KONZEPT: + ZWANG
KULT: SPITALIERIN > HYGIENIKERIN
RANG: FAMULANTIN



Die Kaschemme ist rauchig, man kann nur ein paar Schritt weit sehen, bevor alles im Dunst verschwimmt. Rote, grüne und orangefarbene Laternen werfen merkwürdige Lichtkegel durch die sich kräuselnden Schwaden, lassen die Menschen zu bizarren Schattenrissen werden. Man hört von irgendwoher Kichern und Stöhnen, das Klatschen von Fleisch auf Fleisch. Finger krallen sich in lockige Haare, Zungen finden einander, gleiten feucht in Münder, Hände fahren besitzergreifend über schwitzende Haut.

Die Frau hat sich auf Ergols Schoß geschwungen und bewegt rhythmisch ihr Becken zum Klang der Kesselpauken, die irgendwo im Dunst von stämmigen balkhanischen Apokalyptikern geschlagen werden. Sein Kopf schwimmt vom Destillat und den Küssen, seine Welt hat sich auf das Paar Brüste verengt, das einladend vor ihm wippt. Er hat das Verlangen, sich an dem gepolsterten Autositz festzuhalten, weil sich alles um ihn zu drehen scheint. Rote Dreads und Federn streifen seine Wange, er spürt ihren erhitzten Atem, während sie sich in die Knochenketten auf seiner Brust krallt. Sein eigener Atem scheint ihm abhandengekommen zu sein, er ringt nach Luft, saugt gierig Moschus, Kardamom und Schweiß in die Lunge. Er bemerkt die Schatten nicht, die durch den Nebel schreiten, ignoriert das Kratzen geschärften Metalls auf dem rissigen Betonboden.

Ein Stab mit Glaszylinder wird in sein Blickfeld gestellt. In der trüben Flüssigkeit treibt reglos ein verquollenes Etwas, wie ein toter Tintenfisch, surreal von unten mit grünem Licht beleuchtet. Eine Gasmaske schält sich aus dem Dunst, scheint die beiden zu mustern. Plötzlich fühlt sich Ergol unbehaglich. Gehört das mit zum Programm? Wie die zusammengewachsenen Zwillinge oder das zwergwüchsige Mädchen? Die Maske blickt analytisch, und er bildet sich ein, ein resigniertes Seufzen gehört zu haben.

Die Frau auf seinem Schoß dreht sich halb um. "Nichts zu verzollen, Doktor", sagt sie mit kehliger Stimme und kichert. "Hier gibts kein Burn, nur gute, saubere -", sie schiebt die Hand unter Ergols Lederkilt, "- Unterhaltung."

Die Gestalt greift in die Tasche, zieht ein Buch heraus. "Fräulein Seide, nicht wahr? Hatte ich Sie nicht noch vor einer Woche in Behandlung? Wegen -", sie schlägt das Buch auf, ohne hinzusehen, blättert drei, vier Seiten, "- Gonorrhöe."

"Verzieh dich, Gummifotze!", zischt Seide. Ergol wird nervös. Er rutscht zur Seite. Er weiß nicht, wovon die beiden sprechen, aber er will keinen Ärger. Die Frau mit der Maske legt den Kopf schief. Die Beleidigung scheint sie überhört zu haben. "Hatte ich Ihnen nicht gesagt, dass Sie die vollen dreißig Tage Behandlung abwarten sollten?" Die dumpfe Maskenstimme ist leicht tadelnd. Sie hebt das Buch, tippt auf die Seite. Das Bild ähnelt der Spalte einer Frau, aber es wirkt wie das Organ einer Alptraumgestalt. Ergol muss würgen. "Gonorrhöe."

"Ich sagte, verzieh dich! Ich bin geheilt, völlig okay! Zieh einfach ab, du Schlampe!" Seide verlagert das Gewicht und quetscht dabei Ergols Männlichkeit mit dem Bein ab. Ihm bricht der Schweiß aus, und er versucht vergeblich, sich unter ihr in eine weniger schmerzhafte Position zu winden. Beide ignorieren sein Ächzen. Die Maskenfrau spricht weiter, immer noch wie eine Mutter, die ein dummes Kind schilt. "Ich hatte Ihnen geraten, Ihren Vaterkomplex zu überwinden. Diese ständigen, unverbindlichen Ficks" - das Buch beschreibt einen kleinen Kreis in Ergols Richtung - "sind doch nur Ersatzbefriedigung für etwas, was in Ihrem Leben fehlt.
Suchen Sie sich einen guten Mann, bleiben Sie bei ihm, vorzugsweise jemandem mit etwas Strenge, der Ihnen die Vaterfigur ersetzen kann - Sie sind noch jung, und wenn Sie bei einem Sexualpartner bleiben, riskieren Sie auch nicht die ständige Ansteckung..."

"Erzähl mir nicht, was ich tun soll, du... du Scheiß-Gummihure!" Seides Stimme überschlägt sich, und jetzt tut sie Ergol richtig weh. Die langen Fingernägel haben sich in sein Brusthaar gekrallt, und ihr Bein drückt ihm die Eier ab. Er spürt vor Schmerz Übelkeit aufsteigen, will nur noch weg. Vor seinen Augen tanzt das Bild der widerlich geschwollenen Frauenspalte mit dem weißlichen Ausfluss. Gerade will er verzweifelt um sich schlagen, da klappt die Ärztin das Buch zu, dreht sich abrupt um und geht. "Wenn Sie klug sind, kommen Sie bei mir vorbei und nehmen die Behandlung wieder auf." Die leuchtende Qualle verschwindet im Rauch. Seide spuckt aus und macht eine obszöne Geste hinter der Gestalt her. Dann wendet sie sich wieder Ergol zu, fährt ihm durchs Haar und lächelt zuckersüß.

"Wo waren wir stehengeblieben, mein starker Mann?"

Ergol verfällt in Panik.



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