DEGENESIS® - Borca, das Land der Ahnen
FRANKA
DER SCHWARM

VERSUMPFT

Das einstige Frankreich ist ein giftiger, versumpfter Garten. Das Klima ist feucht: zahllose Flüsse, stagnierende Seitenarme und Rinnsale verwandeln den Boden zu einem schlammigen Marschland. Es ist ein Land der erzwungenen, gelähmten Eintracht. In den Termitenstädten der gottgleichen Pheromanten sind die Menschen willenlose Drohnen; auch außerhalb der Städte legt sich ein falscher, klebriger Friede auf das Gemüt.

Doch in den Sümpfen regt sich der Widerstand. Die Résistance sammelt diejenigen Kulturschätze, die nicht der Feuchtigkeit oder den africanischen Plünderern zum Opfer gefallen sind, beschwört das nationale Erbe, die Grande Nation von einst. Sie stürmen Schlote, töten Lakaien der Pheromanten, legen die Lunte ans Herz Frankas. Spitalier und Wiedertäufer reichen ihnen die Hand, doch sie ergreifen sie nur zögernd. Sie wollen nicht eine Sklaverei gegen die andere eintauschen.

Franker sind besonnen, sie sind Schlichter, Vermittler und Konformisten – doch tief in ihrem Unterbewußtsein lauert das Tier, kann in Sekunden plötzlich ausbrechen, wenn der Pheromonschleier zerreißt.

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Pheromanten : Frankas Absonderliche - DEGENESIS®
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ERSCHEINUNGSBILD

ANLEHNUNG: BAROCK

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Lange Mäntel mit Ärmel- und Kragenaufschlägen über eng anliegender, körperbetonter Kleidung sollen ein wenig den Anschein von Gehröcken der Barockzeit erwecken. Franka besitzt funktionierende Manufakturen; daher können Franker überwiegend (grobe) Webstoffe tragen. Echte Stickerei kommt natürlich nicht für jede Spielfigur in Frage, aber historische Jacquardmuster ungeschickt mit Farbe auf beliebige Oberflächen aufzutragen gibt der Kleidung in jedem Fall ein frankisches Flair. Die Haare zum Pferdeschwanz gebunden, vielleicht ein kunstvoll geschlungenes fleckiges Halstuch, das sind zusätzliche frankisch-barocke Elemente.

Zu weit sollte man die Barock-Anspielung allerdings nicht treiben. Stoffe sollten weiterhin grob, fleckig und löcherig sein, keineswegs sollte die Eleganz der Erscheinung den Endzeit-Aspekt verdrängen.




ANLEHNUNG: BIENENSCHWARM

Die Franker leben mit und in der Schwarmgesellschaft der Pheromanten. Die organischen und insektoiden Strukturen, von denen sie umgeben sind, inspirieren möglicherweise auch ihre Kleidung.

Zunächst sind die idealen Farben Erd- und Ockertöne, abgesetzt vielleicht mit Rot oder Schwarz. Größere Oberflächen können ein gezacktes Streifenmuster oder eine Art Orchideen-Flecken haben, um die Zeichnung eines Insektenkörpers zu imitieren.

Gerippte Strukturen und Wabenmuster – Anspielungen auf Bienenstöcke – finden sich in abgesteppter, gepolsterter Kleidung; z.B. einem schützenden Gambeson (doublet d´armer). Brustpanzer, Schulterpolster, Arm- und Beinschienen können aus biologischem Material hergestellt sein und organische Formen haben – vielleicht aus Bauschaum aufmodelliert und mit kleinen blasenartigen Aufwölbungen verziert. Hier stehen einerseits Insektenbeine und andererseits die Lehmschlote und Termitenbauten der Pheromanten Pate.

Auch Schmuck kann insektoide Formen haben: eine segmentierte Halskette, ein stacheliges Armband, ein ausgehöhlter Insektenpanzer als Fingerring.

Kleine, verspiegelte Brillen oder runde Lochblech-Augenschützer verleihen dem Gesicht einen insektenartigen Ausdruck. Die Augen zu verbergen hilft zudem bei der Darstellung des zwiespältigen frankischen Charakters – der verbindlich-freundlichen Oberfläche und der verborgenen, dunkel brodelnden Gefühlswelt.



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REGIONEN


DIE SCHLOTSTÄDTE
Hohe Türme aus fleckigem Lehmbewurf, zu bizarren organischen Fomen erstarrt. Durch die Straßen wanken hohläugige Menschen, folgen willenlos den goldenen Duftspuren, die von den Pheromantenköniginnen ausgelegt wurden. Neben ihnen verlaufen Ameisenstraßen, um sie schwärmen Bienen und Wespen. Hier herrschen die Gotthaften, die Menschen sind hier nur Arbeitsbienen.

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PARASITE
Schief ragt der Eiffelturm aus dem Sumpf, verkrustet mit Insektennestern. Die Île-de-Parasite ist die Heimat des Schwarms, brütet ständig neue Insektenscharen aus, die ins Umland ausschwärmen. Kein Ort, um zu verweilen.

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SOUFFRANCE
Der Einschlagskrater des pheromantischen Erdenchakras ist das gewaltigste Muttersporenfeld Frankas. Für die Lakaien der Pheromanten ist es ein Ort der Pilgerschaft. Menschen winden sich in sporengetränkte Kokons, von den Absonderlichen gesegnete Mütter bringen kommen hierher, um ihre Kinder zur Welt zu bringen. An den Hängen wuchern Schlote empor, im Inneren wiegen sich Tausende Psychonauten im Flaum der Sporen zum Takt einer unhörbaren Musik. Der Boden ist bedeckt von Insektenstraßen, die Luft vibriert wie ein dröhnender Bass durch den Schlag unzähliger Chitinflügel.

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AQUITAINE
Neben dem Schiffsfriedhof von Aquitaine haben die Chronisten einen Cluster errichtet. Ein wenig weiter östlich erhebt sich Bordeaux, wo sich Wiedertäufer, Richter und Apokalyptiker die Hand geben – und wo man sich mit den menschlichen Abgesandten der Pheromantenköniginnen zu Geschäften treffen kann, wenn man mutig genug ist. Der Rat der Bordelais-Sippen wahrt eine grimmige Neutralität.
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DIE STUKOV-WÜSTE
Der salzige Boden trägt nicht einmal Gestrüpp. Die Stukov-Wüste ist die ausgetrocknete Nordsee, jetzt eine endlose Weite von erstarrten Salzkrusten, Kiesgrund und Sand. Hier leben nur Stämme von genügsamen Nomaden, die jeden Kontakt mit der Außenwelt meiden und entlang eines hundertjährigen Wanderzyklus die Wüste durchqueren.
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BRITON
Die Menschen in Briton warfen das Joch der Pheromanten ab. Als der erste Taumel des Sieges verebbt war, kam die Angst. Man war umgeben vom Feind, die Schlote wucherten auf das befreite Land zu, Wespenschwärme zogen über Briton. Man rief nach Söldnern. Stattdessen kamen die Wiedertäufer. Sie trieben die Spaten in die Scholle, sandten Feuerlanzen aus den Brennern in die vordringende Brut.

Inzwischen hat sich in Briton eine eigene Lesung der Neognosis, eine eigene Wiedertäuferkultur entwickelt. Domstadt zögert, sie als Ketzerei zu brandmarken: man braucht die Enklave als Bollwerk gegen die Pheromantenschwärme. Doch die Sorge wächst, dass Täufer Amos hier sich seinen eigenen Personenkult schafft. Schon jetzt gilt er den britonischen Menschen als Heiliger und Gott.
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DAS SUMPFLAND
Wasser hält die Schwärme ab, bindet die Pheromone der Herrscher. Im Sumpfland Frankas wohnen wilde Stämme fern der Zivilisation in den verrottenden Mauern versunkener Städte oder auf wackeligen Floßkonstruktionen.
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DIE GRENZE
Brandgräben und pheromongetränkte Lumpen an Pfählen markieren am Posten Mulhouse die Grenze zu Borca, sollen die Insektenschwärme ablenken und zerreißen. Das Spital ist aufmarschiert mit Hundertschaften, Feldlagern, Wachforts und Schleusen – und kann dennoch nur einen Bruchteil der Grenze kontrollieren. Apokalyptiker und anderes Gesindel schmuggeln Burn und versporte Menschen über geheime Pfade.



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DIE PHEROMANTEN


HERREN DES SCHWARMS
Die Pheromanten sind die Könige Frankas. In ihren Schwarmstädten herrscht klebriger Friede, die Menschen verehren die als Götter und folgen willenlos ihren Pheromonspuren. Im Zentrum des menschlichen Bienenstaates steht eine Pheromantenkönigin, weniger potente Pheromanten spüren psychonautische Kinder auf, füttern die Königin und leiten die Schwärme an. Sie markieren Feinde, die in den Stock eindringen: die Markiersubstanz treibt die menschlichen Drohnen in Raserei und hetzt sie auf den Eindringling.

Die Drüsen der Pheromanten in den Achseln, am Hals und der Leiste erzeugen Substanzen, die im menschlichen Gehirn andocken und Furcht, Frieden Liebe oder Erregung erzeugen. Das rationale Denken ist nur noch hilfloser Beifahrer in diesem Taumel. Der Pheromant erscheint wie ein liebender Gott, eine sanfte Mutter oder Geliebte, der man gefallen will. Wird er angegriffen, ruft sein Alarmpheromon seine Drohnen herbei, während die Angreifer von tiefer, kreatürlicher Furcht ergriffen werden. Wer sich schützen will, muss zum neutralisierenden Marduk-Öl der Anubier greifen oder in NBC-Vollschutz mit Atemluftversorgung zum Kampf antreten.

Pheromanten werden umschwärmt von ihrer Plage: staatenbildende Insekten wie Bienen, Wespen, Ameisen und Termiten krabbeln auf ihnen, bilden Wolken um ihren Kopf. Sie sind die Königinnen ihrer Brut und machen keinen Unterschied zwischen pheromonversklavten Menschen und Insekten: es sind alles ihre Kinder.


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