DEGENESIS® - Der Balkhan : Die Voivodate


Der Balkhan - Wildes Land : Endzeit-LARP nach DEGENESIS®

DER BALKHAN
WILDES, UNGEZÄHMTES LAND

BLICK NACH HINTEN

Es gibt keinen Wind in diesen schroffen Bergen, nur Sturm; keinen Regen, nur Sintfluten. Die Winter sind klirrend kalt mit Hagel und Schneemassen, die Sommer dörren die Steppen und Bergtäler im Glutofen aus. Rauh, wild und ungezähmt ist der Balkhan; rauh und wild sind auch seine Bewohner. Schnell bereit zum Streit, schnell zur Versöhnung, furchtlos im Angesicht jeder realen Gefahr, aber in abergläubischer Scheu vor Naturgeistern und Waldwesen – so zeigt sich das Temperament der Balkhaner.

Störrisch sind die Balkhaner, wähnen sich unbesiegbar. Jähzornig und hochfahrend sind sie: Ein unbedachtes Wort, und langjährige Freunde ziehen die Säbel gegeneinander. Die Frauen sind wie ihre Männer: eine ausgeschlagene Aufforderung zum Tanz auf dem Dorffest kann einen Mann schon Leben oder Männlichkeit kosten. Die Balkhani genießen ihre Rache: nicht die langatmigen, endlosen Vendette der Purger, sondern ein heißes stierhaftes Brüllen und ein schneller Säbelhieb – nur um sich danach wieder lachend in den Armen zu liegen. Extreme, ob in Liebe oder Hass.


Grausame Kriegsfürsten, die Voivoden, haben das Land unter sich aufgeteilt: sie alle entstammen den alten Blutlinien der Voivodul, der Weißen Adler, und sie halten sich durch brutale Gewalt an der Macht – nichts anderes würden die wilden, sturen Balkhaner akzeptieren. Sie unterwerfen sich nur einem, der das Zeug hat, sie zu bändigen, verehren Rücksichtslosigkeit, Macht und Härte in ihren Anführern.

Mit dem Erstarken von neuen Führern wie dem Karakhan bröckelt der alte Stamm der Voivodul. Früher musste jeder, der den Titel des Voivoden innehatte, von ihrem Geblüt sein und aus ihrer Mitte bestätigt werden. Heute ist die Zeit der Emporkömmlinge. Doch die Voivodul durchdringen den Balkhan wie ein Netz von Blutgefäßen, genießen Ansehen in den meisten Sippen: man achtet ihren zähen Stolz und ihren Edelmut. Sie ziehen im Geheimen die Fäden, wiegeln auf, entsenden Attentäter und sägen an den Thronen der selbsternannten Herrscher. Wer versucht, ohne die Zustimmung der Weißen Adler zu regieren, sollte übermenschlich gerissen sein und keinen Fehler machen.


Die Berge sind in der Hand der Dushani. Für die Balkhani sind sie Berggeister und Kobolde, vor denen man sich in Acht nimmt. Die Absonderlichen legen Teiche an, tragen Berghänge ab. Von ihnen beeinflusste Sippen stellen Steinmale auf, von zahllosen Rillen gefurcht, gestimmt wie Flöten. Wenn der Wind weht, erbebt das Land wie eine Orgel, verstärkt den seelenraubenden Klang der Psychonauten. Der gesamte Balkhan ist ein Instrument.



DEGENESIS® : Der Balkhan : die Voivodate des Ostens

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ERSCHEINUNGSBILD

ANLEHNUNG: KARPATISCHE TRACHTEN

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Die Trachten der Karpaten geben eine gute Grundlage für die Inspiration ab. Häufig finden sich hier osmanisch-türkische Elemente: metallbeschlagene Westen und weite, an den Knien geraffte Pantalons über Schaftstiefeln; lange Leinenhemden im Stil einer Galabiya, die über die Hose fallen; breite Gürtel oder Stoffschärpen. Ärmel können weit und bauschig sein, aber auch eng anliegend. An Kopfbedeckungen können fesartige Kappen getragen oder zum Turban geschlungene Tücher um den Kopf gewickelt werden, Frauen können z.B. auch ein Kopftuch andeuten.

Türkische Muster können grob mit Farbe auf beliebige Oberflächen aufgetragen werden. Sehr balkhanisch wirken auch gezwirbelte, dichte Schnurrbärte oder ein patriarchalischer Vollbart. Der Kult der Jehammedaner ist im Balkhan zahlreich vertreten, und Kleidungselemente des Kultes finden sich oft auch bei den Sippen des Kulturkreises.


ANLEHNUNG: ZARENZEIT

Fellmützen mit Schnurbesatz, Goldlitze an den Ärmeln, Fellumhänge, parallel aufgenähte Türangel-Metallbeschläge an der Front der Jacke (in Imitation der Knopfreihen einer Kosakenuniform), Halbjacken, ein Säbel in Form einer russischen Schaschka: der Balkhan gibt sich zu entsprechenden Anspielungen her.


ANLEHNUNG: BÄR

Um ihre ungezähmte Natur zu zeigen, können Balkhaner Elemente aus Fell in ihre Kleidung integrieren: Pelzkrägen und fellgesäumte Kapuzen, Fellstulpen um die Schienbeine oder die Schäfte der Handschuhe demonstrieren Urtümlichkeit. Ebenso können wild zusammengewürfelte Metallteile (Lochbleche, Rüstschienen, Türbleche, Eisenreihen) zum Schutz dienen und verstärken das Bild des Ungeordneten, Anarchischen.


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REGIONEN


VOIVODAT BEOGRAD : DJURIC
Wie ein Monolith der Stärke steht das ummauerte Beograd unter seinem Voivoden Djuric. Verfeindet ist es mit nahezu jedem: dem Karakhan in Sofia, den Dalmaziern unter Buzdovan, den fahlen Wiedergängern, die nachts die Herden stehlen, den Giftmischern des Spitals, den umtriebigen Apokalyptikern – selbst den Voivodul blieb Djuric die Bestätigung seiner Herrschaft schuldig. Doch Beograd ist wehrhaft. An seinen Mauern und Türmen haben sich schon ganz andere die Zähne ausgebissen.
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VOIVODAT SOFIA : KARAKHAN
Die Hochebene von Sofia ist eine der fruchtbarsten Gegenden des Balkhan. Hierher kam ein Fremder, der sich Karakhan nannte, ohne Legitimation durch die Voivodul, ermordete den Voivoden und schwang sich selbst zum Herrscher auf. Sein Ehrgeiz endet nicht dabei: er stellt Streitmächte auf, unterwirft ein Voivodat nach dem anderen. Traditionen bedeuten ihm nichts, er steht für eine neue Ordnung – und jetzt schon munkeln viele, dass er mehr sei als nur ein Mensch.
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VOIVODAT BUKAREST : JEHAMMEDS VERLORENE SÖHNE
Die Jehammedaner von Bukarest kämpften vergeblich gegen die Invasoren aus Sofia. Schließlich mussten sie die Waffen strecken und den Karakhan anflehen, ihre Frauen zu verschonen. Jetzt ist Bukarest geteilt: die einen knien demütig vor dem neuen Herrscher, die anderen reden Widerstand und Guerillakrieg das Wort. Der letzte Eikonide wurde als Verräter am Glauben aus dem höchsten Fenster des Festungsturms gestoßen. Noch können die Abrami schlichtend vermitteln, aber die Stadt ist ein Pulverfass.
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VOIVODAT DALMAZIEN : BUZDOVAN
Dalmazien ist ein Voivodat im Umbruch. Seit Buzdovan den alten Herrscher erschlug und sich selbst zum Voivoden ausrief, scheint die alte Ordnung verloren zu sein. Ein Teil der Bojaren buckelt, ein Teil murrt. Jehammedaner, Apokalyptiker, Wiedertäufer – die Kulte wurden aus dem Reich gejagt. Jeden Tag gibt es neue, drakonische Regeln: Dalmazien erfindet sich neu. Nicht alle sind sich sicher, ob Buzdovan sich halten wird.



DIE KLEINEN VOIVODATE
Die Karpaten zerfallen in zahllose kleine Voivodate. Jedem von ihnen steht ein Voivode vor, unterstützt von seinen Fürsten, den Bojaren. Die meisten von ihnen stammen aus den Reihen der Voivodul oder sind zumindest von ihnen legitimiert, und alle sind sie Despoten. Sie müssen es sein, um den sturen Balkhanern ihren Herrschaftsanspruch in die Dickschädel zu hämmern und gegen ihre ebenso starken, schlauen und rücksichtslosen Nachbarn zu bestehen.

Gegen die großen Reiche wie Sofia oder Beograd sind sie winzig, aber für ihre Bewohner sind sie der Nabel der Welt. Ansonsten sind sie in Trachten und Anschauungen ein wüster Flickenteppich. In dem einem Voivodat sind Jehammedaner die Macht hinter dem Thron, mancherorts stellen sie einen Abrami als Voivoden. Im anderen leben sie in Ghettos, angespien und geschmäht von der Bevölkerung. Manche Voivoden paktieren mit den Africanern, andere führen in den unwirtlichen Bergen einen ständigen Guerillakrieg gegen die Geißler.

Auch untereinander ist man sich Freund und Feind: Allianzen werden geschmiedet und am nächsten Tag gebrochen, Versöhnungsmähler enden im Blutbad, der Bruderkuss ist ebenso häufig wie der Totschlag und der Giftbecher. Das Land kommt nicht zur Ruhe.


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DER BOSPORUS
Die Psychovoren haben die einstige Türkei geschluckt und überwuchert. Es wird gemunkelt, dass dort immer noch Menschen wohnen, und dass die Neolibyer mit ihnen Handel trieben. Doch das sind Gerüchte. Niemand kann dort überleben. Nicht wahr?


DEGENESIS® : Psychovoren

KRETA
Unheimlich ragt die Felsküste Kretas aus den trüben Fluten des Mittelmeers. Es ist eine Sturmküste: zahllose Schiffe zerschellten schon an den Vulkanfelsen. Die Klippen mit den aufgepflanzten Widderschädeln sind gespickt mit den Knochen von Suchenden. Dringt man ins Landesinnere vor, stößt man auf gewaltige, aus Knochen und rostigem Schrott gebaute Labyrinthhöhlen, schwarz und stinkend vor ranzigem Opferblut – den heiligen Grotten der Arianoi. Hierher kommen sie als Pilger, um ihrem Götzen ihre Seele anheimzubieten.

Alle anderen meiden die Insel abergläubisch. Wer es nicht tut, wird abgewiesen: seine Leiche wird ausgeweidet, gehäutet und geschändet irgendwo in der Ägäis an Land gespült. Man sagt, Aries wisse von jedem, der in seine Domäne eindringt, und er könne mit einem Blick den Eindringling zu Asche verbrennen. Die Seele... die Seele behalte er ein, als Wegzoll.


DEGENESIS® : KULT > ARIANOI

DIE DISKORDANZ
Wo die Psychovorenpflanzen auf die Ausstrahlungen der Sporenfelder treffen, zerreißt das Gefüge. Psychonauten werden wahnsinnig, entkoppeln sich von ihrem Chakra, kreischen sich zu Tode. Sporenfelder kippen um, werden diskordisch. Sie bilden Freßzellen aus, entsenden planlos verkrüppelte, nicht lebensfähige Missgeburten. Das Burn, das hier geerntet wird, reißt den Süchtigen in bodenlose, schwarze Leere, saugt ihm den Verstand aus, bis nur eine leere Hülle zurückbleibt. Es scheint, als wären die beiden Primervarianten, Sporenfelder und Psychovoren, nicht kompatibel.

Die Psychonauten wehren sich. Dushani türmen Schallwälle gegen die Diskordanz auf, die Psychokineten lassen Berge und Klippen splittern und ins Meer stürzen, um das Vordringen der Pflanzen aufzuhalten. Dennoch: die Diskordanz frißt sich von Süden her ins Land. Langsam, aber unaufhaltsam.


DEGENESIS® : Diskordanz

DIE ADRIA
Wiedertäufer und Jehammedaner standen sich an der Wasserscheide zwischen Purgare und Balkhan gegenüber. Die fruchtbare Ebene, der trockengefallenen Adria, durchmessen von einem klaren Fluss, der ins Mittelmeer mündet, war für beide Seiten ein Paradies, um das sie bis aufs Messer kämpften. Festungen, Kriegsmaschinen, Stachelfallen, Brandgräben säumen die Adria, der Fluss markierte die Grenze. Die Jugend beider Länder verblutete an der Front, die liebevoll auf beiden Seiten "der Fleischwolf" genannt wurde.

Jetzt schweigt der Fleischwolf. Man beäugt sich misstrauisch, doch die Waffen sprechen nicht mehr. Schwerter Jehammeds und Orgiasten reichten sich die Hände. Frieden – aber ein zerbrechlicher Frieden, den ein falsches Wort wieder in Gewalt explodieren lassen könnte.


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LAIBACH UND PEST
Beide Städte sind an die Dushani verloren. Von den Menschen aufgegeben, sind sie riesige Stimmgabeln für die mächtigsten Psychonauten. In den Ruinen gehen Schemen um, und der Klang, der Beton und rostigen Stahl vibrieren lässt, raubt binnen Sekunden den Verstand, bevor das Blut durch die Vibration aus den Poren gepresst wird und die Glieder zerreißen.
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DIE DISPENSER
Mehr als jedes andere Land ist der Balkhan untertunnelt und durchzogen von den Bunkeranlagen der Recombination Group. Das Projekt Tannhäuser nahm hier seinen Anfang. Und mehr als jedes andere Land hat der Balkhan unter der Bleicherplage zu leiden. Die Dörfer wehren sich, die Voivodul machen Jagd auf jeden Bleicher, und die Bunkermaden müssen zu Einschüchterung und Heimlichkeit Zuflucht nehmen. Ihr Kreischen zerreißt die Stille, scheint von überallher zu kommen: das soll die Oberflächenbewohner mürbe machen. Sie schlagen nachts und aus dem Hinterhalt zu. Für die Balkhaner sind sie untote Wiedergänger, die nachts aus ihren Grüften kriechen, um die Lebenden zu überfallen. Das Land wird von ihnen ausgeblutet.


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USUD
Der Meteoritenkrater Usud ist ein Bergsee inmitten der versporten Karpaten. Von hier nimmt die Plage ihren Ausgang. Die Flüsse, die von ihm abgehen, sind voll mit stachelbewehrten Trilobiten und Nesselhaar, tragen Sporenpacken ins ganze Land. Das balkhanische Erdenchakra schwingt im Gleichklang mit den Gesängen der Dushani. Und er ist der Beginn der Usudi.

Wenn der Wind aus der Richtung des Kraters kommt, die Klänge herübergeweht werden, rauben sie... die Seele? die Menschlichkeit? Wer ihm zum Opfer fällt, verliert alles, was ihn zum Menschen macht. Er wird zu einem leeren Gefäß. Die Usudi rotten sich zusammen, stöhnen im Gleichklang, fallen über Menschen her, zerren sie in die hallenden Bergtäler, um sie ebenfalls zu Usudi zu machen. Oder um sie zu fressen.


DEGENESIS® : Usudi - die Entseelten
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DIE ABSONDERLICHEN

DUSHANI
Das Erden-Chakra Usud ist das Chakra des Kehlkopfs. Die Dushani sind seine Diener, durchweben den Balkhan mit Klängen. Wie riesige Quallen, starrend aus zahllosen Augenlinsen, schwanken ihre Masken auf nackten Körpern, Röhren verstärken den Schall ihrer Stimme. Stämme von Wilden werden von ihnen beeinflusst, stellen geschliffene Steinstelen auf, die im Wind bestimmte Klänge erzeugen. Sie legen künstliche Seen an, tragen Berghänge ab, pflanzen Wälder oder reißen sie aus. Sie stimmen das Land wie eine Orgel, beseitigen Missklänge, singen ihr eigenes Lied über den Kontrapunkt. Und ihr Gesang raubt die Seele.

Ihre Stimme ist Macht, Befehl, Zwang. Menschen gehorchen ihnen. Und steigert sich ihre Stimmlage, zerbersten Felsen, platzen Trommelfelle, zersplittern Gläser – bis Zwerchfelle und Organe reißen oder sich ein Erdrutsch ins Tal erbricht.


DEGENESIS® : Dushani : die Stimme Gaias