DEGENESIS® - Africa, der Löwe des Südens



Degenesis® : Africa - der Löwe im Sprung
AFRICA
DER LÖWE DES SÜDENS

RUHMREICHER AUFSTIEG

Africa hat es besser erwischt als Europa. Nach dem Eshaton wandelte sich das Klima zu einer angenehmen subtropischen bis gemäßigten Wetterzone. Wo sich die Europäer zersplitterten und gegeneinander mit Steinäxten kämpften, einten die Kulte der Neolibyer, Anubier und Geißler Africa durch Handel und Kultur zu einer starken Gemeinschaft. Es half, dass in der Geburtsstunde des neuen Africas mit den hybrispanischen Konquistadoren ein gemeinsamer Feind auftauchte, den man nur mit vereinten Kräften zurückschlagen konnte. Heute ist halb Hybrispania besetzt, und die einstigen Eroberer schuften jetzt als Sklaven auf den Ölfeldern, Plantagen und in den Minen der africanischen Herren.

Weitaus kosmopolitischer als Europa, ist Africa heute ein offenherziges Land, in dem Kultur und Künste blühen – wenn auch nur durch das Mäzentum der Neolibyer in ihrer Sucht nach Prunk und Zerstreuung.


DEGENESIS® : KULTUR > AFRICA
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DER SCHWARZE MANN

KOLONIALISMUS

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Africa ist reich, und es mästet sich am Kadaver Europas. Africanische Unternehmer senden Schrotterheere zum Plündern nach Borca und Franka, purgische Kunstschätze werden kistenweise in die Paläste der Händler nach Tripol geschickt. Die Geißler stürmen europäische Dörfer und nehmen die Bewohner als Sklaven: für sie ist es nur gerecht, dass die Weißen Jahrhunderte der Unterdrückung auf africanischen Plantagen abarbeiten. Neolibysche Händler nutzen die Unwissenheit der Borcer aus, tauschen wertlose Glasperlen gegen Rohstoffe und Felle.

Für viele Magnaten der Neolibyer ist Europa zudem ein gewaltiger Spielplatz. Hier kann man mit einheimischen Führern auf Großwildjagd gehen, einen der berühmten Biokineten Pollens zur Strecke bringen, mit wohlwollend-herablassendem Interesse die Dörfer der Wilden besuchen, sich in einer Sänfte durch die Schluchten des Balkhans tragen lassen. Originell, diese Eingeborenen!

Entsprechend groß ist der Hass auf die Africaner. Die Jovialität der Handels- und Forschungsreisenden stößt dem Europäer beinahe übler auf als die schamlose Plünderung seines Heimatlandes. Schwarzhäute sind nicht gern gesehen, werden misstrauisch beäugt. Insbesondere die Chronisten verbreiten Schauergeschichten über Kannibalismus und Todeslager auf dem schwarzen Kontinent. Doch der Dinar erweist sich einmal mehr als Brücke: so verhasst der Africaner auch ist, jeder will von den Geschäften mit ihm profitieren.



SKLAVEREI

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Africa ist ein Land der Sklavenhalter. Die Raubzüge der Geißler bringen stattliche Weiße auf die Märkte von Tripol und Agadesh. Dörfer kaufen Arbeitssklaven für die Felder, Beifrauen und Liebessklaven für die Kinder der Häuptlinge. Die neolibyschen Unternehmer brauchen Arbeiter in den Minen und auf den Ölfeldern, und natürlich ist kein vornehmes Haus komplett ohne einen weißen Majordomus, der die Dienerschaft beaufsichtigt.

Die Lebensumstände der Sklaven sind sehr unterschiedlich. Bevorzugte Haushaltssklaven einer Neolibyerin gehen stolz in seidenen Gewändern (niemand will seinen Ruf durch ärmlich gekleidete oder kranke Sklaven beschmutzt sehen!) und tragen oftmals sogar große Verantwortung in den Unternehmungen ihrer Herrin, leiten Teile der Geschäfte oder führen die Bücher. Am anderen Ende ist der Sklave einer armen Familie in einem der entlegeneren Dörfer chronisch unterernährt, wird oft geschlagen und gekniffen, wenn er sein Tagwerk nicht schafft. Immerhin kann er sich trösten, nicht in den übelsten Minen gelandet zu sein, wo die Lebenserwartung sich angeblich nur in Wochen bemisst.

Einen besonders schweren Stand haben die Kinder von Verbindungen aus schwarzen Africanern und ihren Sklaven. Wenn sie Glück haben, werden sie von ihrem schwarzen Elternteil als Kind angenommen. Wirklich einfügen dürfen sie sich nicht: den Africanern gelten sie als Kinder der Schande, den Weißen als Symbol der Unterdrückung und Produkte von Kollaboration. Ein solcher café au lait muss damit rechnen, auf der Straße gemieden und angespuckt zu werden.




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ERSCHEINUNGSBILD

ANLEHNUNG: STAMMESKULTUR

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Africaner sind Traditionalisten. Viele tragen die traditionellen, reich gemusterten Gewänder, die Haartracht und Gesichtsbemalung ihres Stammes, die Ritualnarben ihrer Mann- oder Frauwerdung. Turbane oder kunstvoll geschlungene Tücher sind häufig. Gold- und Silberschmuck im traditionellen Stil wird gerne getragen, um Reichtum zur Schau zu stellen, Häuptlinge und Dorfvorsteher tragen die Leopardenfelle ihres Amtes und geschnitzte Stäbe aus Ebenholz. Schamanen flechten den Kindern Knöchel ins Haar, um sie vor bösen Geistern zu schützen. All diese Elemente sprechen von der lebendigen Kultur der africanischen Gemeinschaften – auch wenn viele Africaner in den Städten sie nur noch als billiges Imitat ihrer einst reichen Vergangenheit tragen.

Die Technik bildet einen massiven Kontrast dazu. Africa ist reich, und der Schrott der Europäer findet hier eine intensive Verwendung, aufbereitet in Schrotterstädten wie Syrakus. So ist es nicht unüblich, Africaner im traditionellen Gewand, Fellumhang und Turban mit einer Armbanduhr oder einem Digitalplaner zu sehen. Das Alte und das Neue sind keine Gegensätze für den Africaner.



ANLEHNUNG: WARLORDS

Militärhosen, Flakjacken, Baretts, Sonnenbrillen, Kalaschnikows: ein Erbe des ständigen Kampfes, erst den der Stämme und Religionen untereinander, dann gegen die Europäer beim Ausbruch von HIV/E, nach dem Eshaton gegen die hybrispanischen Eroberer. Oft werden paramilitärische Elemente wie selbstverständlich mit der traditionellen Kleidung kombiniert: ein Barett zur gemusterten Galabiya, Armeedrillich zum Zebrafell, ein MG-Munitionsgürtel um die Hüften, an dem Stammesfetische hängen.



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REGIONEN


TRIPOL
Das Herz Africas schlägt in Tripol, in den protzigen Hallen der Handelsbank, auf den weiten, mit Marmor und kunstreichen Mosaiken gepflasterten Plätzen. Hier ist die prunkvolle Hauptstadt des Neolibyerkultes, von wo die Fäden in der ganzen bekannten Welt gezogen werden. Tripol! Sie ist laut und lärmend, kosmopolitisch und immer der neuesten Mode unterworfen, eine hektische Metropole, wo in einer Nacht Vermögen gemacht oder verloren werden können. Der Dinar regiert hier, und die Menschen sind seine willigen Sklaven.


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DIE KÜSTENSTÄDTE
Ein Schmelztiegel der europäischen und africanischen Kultur sind die Küstenstädte. Sie liegen an der africanischen, frankischen oder purgischen Küste oder auf Inseln im Mittelmeer. Manche, wie Corpse (das ehemalige Korsika) sind üble Piratennester, andere wie Syrakus sind Treffpunkt der Schrotter aus allen Kulturkreisen. Alle sind sie Umschlagplätze für nicht ganz legale Waren und Orte, wo sich großartig Spionage betreiben lässt.

Hier kann man Africaner ganz anders als zu Hause erleben: hier sind sie weder joviale Herren noch Unterdrücker, man verhandelt auf Augenhöhe – und findet oft am anderen doch etwas, was man bewundern kann.

Die Küstenstädte sind auch die Heimat der Leoparden – eines losen Bundes von africanischen Händlern und Schmugglern, die das Monopol der Neolibyer unterwandern und mit jedem Handel treiben, ohne sich um Konzessionen der Handelsbank zu scheren. Die Neolibyer sind verzweifelt: die Geißler weigern sich, für schnöden Profit auf andere Africaner zu schießen. Man verlegt sich auf Söldner, was aber das Problem nur noch anfacht. Inzwischen tobt ein erbitterter, im Geheimen geführter Handelskrieg.


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RAND DER DHORUBA: DER DSCHUNGEL
Das Hinterland Africas ist geprägt von Savanne – bis man an ihrem südlichen Rand auf das lange Becken des Dhoruba stößt. Dichte Vegetation bildet einen undurchdringlichen Dschungel von gewaltiger Vielfalt. Einzelne Dorfgemeinschaften leben tief in diesen Wäldern, ziehen es vor, nicht mit den zivilisierten Africanern und ihrem Geld in Berührung zu kommen.


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DIE PSYCHOVOREN
Noch weiter südlich stößt man in das Gebiet der Psychovoren vor. Schon weit vor der Grenze beginnen Menschen in Zungen zu reden oder sich in Krämpfen zu winden. Die Pflanzen stellen etwas mit dem Geist an, das sich schwer beschreiben lässt. Wagt man sich weiter vor, stößt man auf Pflanzen mit seltsamen Formen, belebte Dickichte tödlicher Blüten, Geschosse aus Dornen und Pfeilblättern. Die leiseste Berührung mit der Haut kann den Anubisbrand bringen, einen unheilbaren Krebsfraß, falls man nicht schon vorher dem Wahnsinn durch die Ausstrahlung der Psychovorenpflanzen erliegt. Gefeit sind nur die Schamanen des Anubierkultes.

Und die Psychovoren rücken immer weiter nordwärts vor. Bald wird ganz Africa unter ihnen erstickt sein.


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KAIRO
Tief im Psychovorendschungel liegt Kairo, die verbotene Stadt. Nur die höchsten Ränge der Anubier sind stark genug und haben ihre Wandlung vollzogen, die ihnen hier Zutritt gewährt. Was liegt in den Hallen und Pyramiden von Kairo? Selbst die Hogon wissen es nicht.



TUNIS
Die Ölfelder von Tunis sind in der Hand der Weißen: hier haben sich unter der Führung einer Gruppe balkhanischer Voivodul die Sklaven gegen ihre schwarzen Herren aufgelehnt und die Waffenlager der Geißler erobert. Schwer bewaffnet kämpfen sie jetzt einen erbitterten Widerstandskrieg gegen die täglich vorstoßenden Geißlerrudel und ihre Hyänen.


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